
Regionalliga: Krisen, Kracher und Kellerduelle
Trainerbeben in Cloppenburg – Klare Verhältnisse bei den Frauen?
„Spielt den selben Song nochmal!“ – Was eigentlich als lustiges Meme der Cantina-Band (Star Wars: Episode VI; 1977) bekannt ist, passt in dieser Woche auch super zum Intro der Vorschau. Theoretisch könnte die Einleitung der vergangenen Woche nämlich einfach so übernommen werden. Denn: Der Nächste Trainer ist zurückgetreten. Und wie! Barna-Zsolt Akacsos, in Cloppenburger Kreisen nur als „Axy“ bekannt, gab nach der 30:34-Heimniederlage gegen die HSG Schaumburg auf der anschließenden Pressekonferenz seine Entscheidung kund. Laut Akacsos seien zu viele Spieler im Kader, „die nicht mit dem Herzen Handball spielen“. Deutliche Worte der Cloppenburger-Trainerlegende, die den Regionalligisten einst in die 3. Liga führte.
Männer
Schauen wir auf den vergangenen Spieltag: Der VfL Horneburg und der TvdH Oldenburg liefern sich einen packenden Schlagabtausch, bei dem die Gastmannschaft am Ende mit 30:31 die Nase vorn hat; Die „Razorbacks“ aus Vorsfelde verteidigen gegen den direkten Konkurrenten aus Northeim souverän den Platz an der Sonne (37:30); Der TuS „GW“ Himmelsthür zahlt gegen Sportfreunde aus Söhre das erste Mal in dieser Saison Lehrgeld und verliert das Derby deutlich mit 28:39; Bissendorf müht sich gegen Beckdorf ab und kommt lediglich zu einem 26:29-Auswärtserfolg; Cloppenburg hält gegen Schaumburg 55 Minuten mit, wirft in den letzten fünf Minuten jedoch kein Tor mehr und verliert mit 30:34; Alfeld gewinnt das Kellerduell gegen Rhumetal und sackt damit die ersten zwei Punkte der laufenden Saison ein (33:41) und Habenhausen holt zu Hause zwei wichtige Zähler gegen die gebeutelten Rattenfänger aus Hameln (35:31).
Nun heißt es ‚herzlich willkommen‘ im November und damit offiziell im Jahres-Endspurt. Es steht der neunte Spieltag an und natürlich auch wieder diverse Handball-Leckerbissen!
Am Samstag, den 7. November 2026 kommt es zu vier Paarungen. Beginnen dürfen der VfL Horneburg und der TuS „GW“ Himmelsthür. Um 17.00 Uhr treffen beide Mannschaften aufeinander. „Drei Mal ist Bremer Recht“ dürfte für interessierte Leserinnen und Leser durchaus ein geläufiges Sprichwort sein. In Horneburg geht man noch einen Schritt weiter und so wird das aktuelle Spiel kurzerhand zum vierten Heimspiel in Folge. Richtig erfolgreich war der Heimspiel-Oktober jedoch nicht. Das Team von Trainer Hagedorn wartet inzwischen seit dem 26. September auf einen Sieg. Die Gastmannschaft aus dem Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür hingegen kennt sich in Sachen Siegen aus. Sechs Mal waren die „Grün-Weißen“ in der Saison bereits erfolgreich. Darüber hinaus geriet man bisher nur ein Mal unter die Räder: Am vergangenen Wochenende setzte es eine empfindliche 11-Tore-Niederlage gegen den Tabellenzweiten aus Söhre. Alles jedoch kein Grund zur Sorge, schließlich ist das Spitzentrio weiterhin nur zwei Punkte entfernt.
Um 19.00 Uhr geht’s mit zwei Spielen weiter:
SV Beckdorf vs. TvdH Oldenburg. Bittere Nachrichten für „Beckys Patrouille“: Wie der Verein via Instagram mitteilte, fällt der Spielmacher und Co-Kapitän Leonard Klein mehrere Monate aus. Grund dafür sei eine Schultereckgelenkssprengung, die sich Klein bereits im Derby gegen Horneburg vom 24. Oktober zugezogen habe. Der HVNB wünscht gute Besserung und eine schnelle Genesung! Die Oldenburger auf der anderen Seite reisen mit zwei Punkten im Gepäck an. Beim örtlichen Nachbarn der Heimmannschaft, Horneburg, gewann man am vergangenen Wochenende mit einem Tor Unterschied und findet sich dadurch aktuell auf dem 6. Tabellenplatz wieder. Da hätten die Oldenburger auch einfach vor Ort bleiben können – blöd nur, dass man unter der Woche arbeiten muss.
VfL Hameln vs. TV Cloppenburg. Spiele zweier Sorgenkinder sind sowohl im Vorlauf als auch mit Anpfiff etwas besonderes und können auschlaggebend für den weiteren Verlauf der Saison werden. Und in diesem Spiel treffen zwei ganz große Sorgenkinder aufeinander, die beide dringend Punkte und gute Laune vertragen könnten. Grund genug also, dieses Spiel zum Topspiel der Woche zu erklären! Dass die bisherige Saison beider Mannschaften alles andere als nach Wunsch verlaufen ist, zeigt sich nicht zuletzt auch auf der Trainerbank: Sowohl die Cloppenburger als auch die Hamelner sind mittlerweile ohne ihren ursprünglichen Übungsleiter unterwegs. Unnötig zu erwähnen also, dass beide Mannschaften aktuell im Tabellenkeller zu Hause sind. Der TV Cloppenburg rangiert mit 3:13 Punkten auf dem elften Tabellenplatz, während der VfL Hameln mit 2:14 Punkten den 13. Rang belegt. Somit ist die Ausgangslage klar: Während die Cloppenburger mit einem Auswärtssieg den Abstand auf den VfL weiter vergrößern und sich etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen können, lauern die Rattenfänger auf ihre eigene Chance. Mit einem Erfolg könnten sie am Turnverein vorbeiziehen und die Tabellenkonstellation zu ihren Gunsten verändern.
Das letzte Spiel des Tages wird um 19.30 Uhr angepfiffen. Die HSG Rhumetal ist zu Gast bei den Sportfreunden aus Söhre. Entsprechend reist das punktlose Schlusslicht zum Tabellenzweiten. Böse Zungen behaupten, dass das eine deutliche Nummer wird. Und der Blick auf die Zahlen lässt aus Sicht der „Crocodiles“ tatsächlich nichts Gutes erahnen. Null Punkte, Tabellenplatz 14 und ein negatives Torverhältnis von inzwischen 102 zeigen deutlich, dass die HSG weiterhin ganz weit vom Klassenerhalt entfernt ist. Selbst das Kellerduell gegen den SV Alfeld vom vergangenen Wochenende verlor man deutlich mit acht Toren Unterschied. Entsprechend dürften die Sportfreunde in dieser Saison schon schwierigere Aufgaben vor der Brust gehabt haben. Dennoch sollten Fans und Interessierte nicht davon ausgehen, dass der Gegner unterschätzt wird. Das ist schließlich noch nie gut ausgegangen.
Und auch der Sonntag bleibt als Spieltag beliebt. So finden gleich drei Spiele statt:
Northeimer HC vs. ATSV Habenhausen. Rein von der Strahlkraft beider Vereine sicherlich ein Spiel, das gut und gerne auch zum Topspiel hätte werden können. Am Ende bleibt es jedoch beim Konjunktiv. Nichtsdestotrotz dürfen sich Fans und Interessierte erneut auf einen schönen Handball-Nachmittag in der ehrfürchtigen „Schuhwallhölle“ freuen, bei dem die Damen um 14.30 Uhr starten und die Männer im Anschluss an der Reihe sind. Nun aber zum Sportlichen: Die Favoritenrolle dürfte in dieser Begegnung der Heimmannschaft zukommen. Vor allem in eigener Halle präsentieren sich die Northeimer regelmäßig in guter Verfassung und erweisen sich als unangenehmer, nur schwer zu bezwingender Gegner. Doch unterbewerten sollte man den ATSV Habenhausen keineswegs. Die Gäste haben sich in den vergangenen Wochen deutlich stabilisiert und sind mittlerweile seit drei Spielen ungeschlagen.
SV Alfeld vs. MTV Vorsfelde. Geht der Beutezug der „Piraten von der Leine“ in die nächste Runde? Es wäre wohl die Überraschung des Spieltags, wenn die Alfelder ihre Serie ausgerechnet gegen den Ligaprimus ausbauen würden. Unmöglich ist in unserem Sport nichts, unwahrscheinlich ist der Heimsieg dennoch. Einen erheblichen Teil daran hat die Auswärtsmannschaft, die sich im bisherigen Saisonverlauf auch tatsächlich wie eine Spitzenmannschaft präsentiert und sich bisher lediglich gegen den TV Bissendorf-Holte geschlagen geben musste. Die Razorbacks sind verdammt gut drauf und das lässt sich auch an den Zahlen ablesen: 14:2-Punkte, im Schnitt 33,38 geworfene Tore und dazu ein positives Torverhältnis von 61. Wenn die Vorsfelder so weitermachen, sind sie ein ernstzunehmender Kandidat auf einen der begehrten Aufstiegsplätze.
TV Bissendorf-Holte vs. HSG Schaumburg. Der 9. Spieltag findet seinen Abschluss im Westen unseres Verbandsgebiets. Kurz vor den Toren Osnabrücks wartet auf die Schaumburger allerdings eine alles andere als leichte Aufgabe: Über 60 Minuten müssen sie sich mit dem Drittligaabsteiger messen. Mir persönlich fallen auf Anhieb gleich mehrere Dinge ein, die einfacher sein dürften! Der TV Bissendorf-Holte gehört nach wie vor zum Spitzentrio der Liga und hat den Oktober mit einer makellosen Bilanz abgeschlossen. Seit entsprechend vier Spielen sind die Blau-Gelben ungeschlagen und dürften viel Selbstvertrauen im Gepäck haben. Doch auch die Schaumburger reisen keineswegs mit leeren Händen an. Nach zuvor zwei Niederlagen gelang es der HSG am vergangenen Wochenende, beim Auswärtsspiel in Cloppenburg zwei enorm wichtige Punkte einzufahren. Ein Erfolgserlebnis, das gerade mit Blick auf die anstehende Herausforderung Gold wert sein dürfte.
Frauen
Auch bei den Frauen blicken wir zunächst zurück auf Spieltag Nummer acht: Der BV Garrel setzt sich knapp mit 27:24 gegen die weiterhin punktlosen Aufsteigerinnen aus Lüneburg durch; Die SG „Fripe“ stoppt den Lauf der Hollenstedterinnen und gewinnt das Topspiel mit 28:24; Der Hannoversche SC feiert einen 30:24 Erfolg gegen den MTV Rosdorf; Für den WHV gibt es nichts zu holen beim Ligaprimus – der SV Altencelle gewinnt deutlich mit 27:17; Die Vampires aus Oyten hatten an Halloween wohl nur Süßes im Gepäck: Sie feiern gegen die Damen des Northeimer HC ihren langersehnten ersten Saisonsieg (35:34) und die HSG aus Stade und Fredenbeck sammelt zwei wichtige Punkte im direkten Duell gegen den TuS Komet Arsten mit einem deutlichen 35:21 Heimerfolg.
Nun stehen fünf weitere Partien am neunten Spieltag an, die wieder einiges an Spannung versprechen.
Den Anfang machen der TuS Komet Arsten und der MTV Rosdorf am Samstag, 7. November 2026, um 16.30 Uhr. Erneut dürfen sich Fans und Interessierte auf ein direktes Duell freuen: Platz acht trifft auf Platz neun und bei beiden Teams dürften die Sorgenfalten zunehmend größer werden. Sowohl der TuS als auch der MTV mussten am vergangenen Spieltag deutliche Niederlagen einstecken. Die Marschroute dürfte entsprechend klar sein: Kampfgeist und Leidenschaft an den Tag legen, um dadurch endlich die nächsten zwei Punkte auf dem Konto einzusacken.
Eine halbe Stunde später, um 17.00 Uhr, wartet auf die Damen des HV Lüneburg eine echte Mammutaufgabe: Der SV Altencelle ist zu Gast in der Lüneburger Heide. Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen kaum sein. Während die Gastgeberinnen weiterhin auf ihren ersten Sieg im Oberhaus des HVNB warten, stehen die „Altenceller Mädels“ weiterhin an der Tabellenspitze und weisen mit 15:1 Punkten eine nahezu makellose Bilanz auf. Alles andere als ein Sieg für den Ligaprimus wäre eine faustdicke Überraschung. Doch wer weiß, was die Lüneburgerinnen an diesem Samstag in ihrer Spieltags-Pasta haben! Vielleicht reicht es ja für einen großen Paukenschlag.
Zur gleichen Zeit treffen der TuS Jahn Hollenstedt und der BV Garrel aufeinander. Erneut steht der Jahn damit im Topspiel der Woche. Am Samstag geht es gegen den direkten Tabellennachbarn, der aktuell auf dem dritten Platz steht. Mit einem Sieg können die Gastgeberinnen punktetechnisch mit dem BV gleichziehen und bei entsprechender Differenz sogar zurück auf den Bronzerang springen. Die Gäste aus Garrel werden sich aber sicherlich nicht so einfach geschlagen geben, schließlich wollen sie den Anschluss an die Spitzenplätze nicht verlieren. Dafür braucht es allerdings eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum vergangenen Wochenende. Auch die Damen des TuS sind gewarnt und wollen die nächsten Punkte einfahren. Es ist also alles angerichtet für ein spannendes Topspiel am Samstagabend.
Den Abschluss des Samstags bildet die Partie zwischen dem Hannoverschen SC und der SG Friedrichsfehn/TuS Petersfehn. Um 18.00 Uhr fliegt der Ball in der Sporthalle Sahlkamp und die Jagd nach den nächsten Zählern ist eröffnet. Die Favoritenrolle liegt dabei deutlich aufseiten der Gäste. Auch die SG Fri/Pe weist mit 13:1 Punkten eine nahezu makellose Bilanz auf und konnte am vergangenen Wochenende mit dem Sieg im Topspiel gegen Hollenstedt zusätzlich Selbstvertrauen tanken. Der HSC hingegen ist noch nicht ganz zurück in der Erfolgsspur und steht mit 9:7 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz – unter Experten auch als altbekanntes „Niemandsland“ im Tabellenmittelfeld bezeichnet. Wer am Samstag den längeren Atem hat und die Punkte einsacken kann, bleibt abzuwarten. Vielleicht gelingt in der Landeshauptstadt ja auch mal wieder eine Überraschung.
Auch am Sonntag, den 8. November 2026, fliegt bei den Frauen der Ball. Zur gewohnten Anwurfzeit um 14.30 Uhr laden die Damen des Northeimer HC die HSG Stade/Fredenbeck zum heißen Tanz. Und wie so oft in den vergangenen Wochen wartet auch hier ein direktes Duell auf Fans und Interessierte. Nach einem furiosen Saisonstart mussten die NHC-Damen zuletzt ordentlich Lehrgeld zahlen und verloren ihre vergangenen vier Spiele. Dabei verhalfen sie sogar den bis dahin punktlosen Vampires aus Oyten zum ersten Saisonsieg. Man könnte meinen, eine Negativserie, wie sie im Buche steht. Höchste Zeit also, das Ruder endlich herumzureißen und die Punkte in der heimischen „Schuhwallhölle“ zu behalten. Gegen die HSG Stade/Fredenbeck wird das jedoch sicherlich keine leichte Aufgabe. Die Damen aus dem Norden sammelten am vergangenen Spieltag ordentlich Selbstvertrauen, schlugen den TuS Komet Arsten mit 14 Toren Unterschied und werden alles daransetzen, auch die Partie in Northeim ähnlich erfolgreich zu gestalten.
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