Die SG will ihren 2. Tabellenplatz im Topspiel gegen die Damen aus Hollenstedt verteidigen. Foto: SG Fri/Pe

Regionalliga: Ein Hund, ein Storch, ein Trainerstuhl

Siegesmund verlässt sinkendes Schiff – Hollenstedt hat Platz zwei im Visier.

„Da wird der Hund ja in der Pfanne verrückt!“ oder „da brat mir doch einer einen Storch!“ drücken nicht mal annähernd aus, was aktuell in der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga los ist. Auf die vergangene Derby-Woche mit gleich vier (!) Nachbarschaftsduellen bei den Männern folgte Anfang dieser Woche das erste Trainerbeben der Saison. Wie der VfL Hameln mitteilte, hat sich Marc Siegesmund nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, sein Amt als Trainer niederzulegen. Eine konsequente Entscheidung, die dem Verein jedoch die Möglichkeit gibt, frühzeitig einen neuen Impuls zu setzen. Für den VfL und Siegesmund endet damit ein durchaus erfolgreiches Kapitel, welches mit der Oberligameisterschaft in der Saison 2024/25 sicherlich seinen Höhepunkt hatte.

In dieser Woche geht der Blick vor allem an die Tabellenspitze. In beiden Ligen herrscht eine akute Topspiel-Warnung! Während bei den Männern vier der fünf bestplatzierten Mannschaften in direkten Duellen aufeinandertreffen, spielen bei den Frauen der Zweite und der Dritte gegeneinander. Es kommt also endlich mal „Schwung in die Kiste“. Außerdem dabei: Ein Kellerduell, ein Derby und zahlreiche Begegnungen aus dem geliebten Niemandsland.

Männer

Am morgigen Samstag, den 31. Oktober 2026, kommt es zu zahlreichen Spielen der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga. Der Reformationstag, welcher bei uns im Verbandsgebiet bekanntermaßen als Feiertag gilt, wird also kurzerhand zum Super-Samstag umgewandelt. Die Kirche wird sich freuen. Den Spieltag eröffnen um 17.00 Uhr der VfL Horneburg und der TvdH Oldenburg. Der VfL bekommt nach der Derbyniederlage also vor den eigenen Fans die direkte Chance auf Wiedergutmachung. Aufgrund des getauschten Heimrechts findet diese Paarung nämlich beim Aufsteiger statt. Der TvdH macht sich also erneut auf die Reise – nach dem Halt in Söhre vor einer Woche, geht’s dieses Mal aber in den hohen Norden. Und wenn es dort spielerisch ähnlich laufen sollte, dürfte der TvdH mit zwei Punkten im Gepäck wieder nach Hause fahren. Die Oldenburger spielten vor einer Woche nämlich eine äußerst gute Partie, verloren beim Drittliga-Absteiger lediglich mit zwei Toren Unterschied und wurden im Nachgang in den höchsten Tönen gelobt. Da kann ja nichts mehr schief gehen.

Drei Spiele starten zeitgleich um 19.00 Uhr:

MTV Vorsfelde vs. Northeimer HC. Im ersten direkten Aufeinandertreffen zweier Mannschaften aus dem Spitzen-Quintett dürfte es ordentlich zur Sache gehen – und zwar sowohl in Sachen Tempo als auch bei der Torausbeute. Dafür sprechen gleich zwei Faktoren: Die Gäste haben sich zuletzt mit einer offensiv ausgerichteten Abwehr einen Namen gemacht, während die Gastgeber in dieser Saison bislang in jeder Partie mindestens 30 Treffer erzielt haben. Ob sich diese beiden Spielphilosophien gegenseitig in die Karten spielen oder am Ende eher neutralisieren, bleibt abzuwarten. Eines scheint jedoch sicher: Die Zuschauer dürfen sich auf eine hochklassige und unterhaltsame Begegnung freuen, bei der sie voll auf ihre Kosten kommen dürften. Schließlich treffen nicht irgendwelche Mannschaften aufeinander, sondern der aktuelle Tabellenführer und der Tabellendritte. Mehr Spitzenspiel geht kaum!

TuS „GW“ Himmelsthür vs. Sportfreunde Söhre. Könnte man zumindest meinen. Aber: Pustekuchen! Denn das Topspiel der Woche ist ein Derby, das jede Menge Brisanz verspricht. Gerade einmal neun Kilometer trennen die beiden Spielstätten. Eine Entfernung, die erahnen lässt, wie viel Zündstoff in diesem Nachbarschaftsduell steckt. Wie groß die Bedeutung dieser Begegnung ist, zeigt sich auch an der Wahl des Spielortes: Die „Grün-Weißen“ haben die altbekannte Sparkassen-Arena in Hildesheim angemietet, um dem erwarteten Zuschauerandrang gerecht zu werden und möglichst vielen Fans und Interessierten die Gelegenheit zu geben, dieses besondere Duell live und in Farbe mitzuerleben. Allein das dürfte schon für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgen. Denn was hat das vergangene Wochenende gezeigt? Treffen zwei Lokalrivalen aufeinander, ist Gänsehaut praktisch vorprogrammiert. Volle Ränge, lautstarke Unterstützung und jede Menge Emotionen: Die Zutaten für einen echten Handball-Leckerbissen sind vorhanden.

SV Beckdorf vs. TV Bissendorf-Holte. „Beckys Patrouille“ hat geliefert! Am vergangenen Spieltag behielt der SV Beckdorf im mit Spannung erwarteten Derby gegen den Nachbarn aus Horneburg die Oberhand. Damit bleibt der Sportverein auch 18 Jahre nach dem letzten offiziellen Pflichtspiel gegen den Liganeuling weiterhin ungeschlagen. Ein Erfolg, der den Beckdorfern Rückenwind für die nächste Aufgabe verschafft. Auf der anderen Seite dürfte sich der TV Bissendorf-Holte vom ganzen Derby-Drumherum und der emotionalen Begleitmusik herzlich wenig beeindrucken lassen. Die Gäste verfolgen unbeirrt ihren eigenen Weg, spielen ihren Stiefel und sind mittlerweile seit drei Partien ungeschlagen. Kontinuität, Stabilität und eine ordentliche Portion Selbstvertrauen scheinen derzeit die Trümpfe der Bissendorfer zu sein.

Die Begegnung zwischen dem TV Cloppenburg und der HSG Schaumburg, die um 19.30 Uhr angepfiffen wird, bildet den Schlusspunkt des Handball-Samstags. Dabei steht einiges auf dem Spiel: Der Sieger der Partie darf sich bis zum nächsten Spieltag über den zehnten Tabellenplatz freuen. Dabei gehen die Schaumburger als Gejagte in die Begegnung und müssen ihren Platz behaupten, während den Cloppenburgern die Rolle des Jägers zukommt. Spielerische Glanzlichter und taktische Finessen könnten dabei eher in den Hintergrund rücken. Vielmehr dürfte es auf die klassischen Handballtugenden ankommen: Kampfgeist, Leidenschaft und Bereitschaft.

Und auch am zweiten Feiertag des Wochendes, der jedoch eher in den katholisch angehauchten Bundesländern gefeiert wird, werden spiele ausgetragen. An Allerheiligen spielen vier Teams zeitgleich um 17.00 Uhr:

HSG Rhumetal vs. SV Alfeld. Was bei all den kirchlichen Feiertagen völlig aus der Acht gelassen wurde, sind die Bräuche der Amerikaner. Diese dürften den Samstag wohl damit verbringen, nach „Trick or Treat“ (Süßes, sonst gibt’s Saures) zu fragen und verkleidet als Monster oder Gespenster um die Häuser zu ziehen. Gespenst ist das richtige Stichwort: denn auch die Regionalliga hat zwei davon – nämlich zwei Keller-Gespenster. Zugegeben, die Herleitung ist vielleicht etwas lang, verdeutlicht aber, um was es in diesem Spiel geht: Im Idealfall die ersten zwei Punkte! Denn weder die „Piraten von der Leine“ noch die “Crocodiles“ aus Rhumetal haben davon einen auf ihrem Konto. Es wird also höchste Zeit! Und als wäre die Ausgangslage nicht schon brisant genug, hat die Begegnung auch noch Derby-Charakter.

ATSV Habenhausen vs. VfL Hameln. Volles Programm in der Hinni-Schwenker-Halle: Von Freitag bis Sonntag gehen die Nachwuchstalente aus ganz Deutschland beim diesjährigen Select-Cup auf Torejagd, ehe um 17:00 Uhr die Regionalliga-Teams des ATSV Habenhausen und VfL Hameln aufeinandertreffen. Ob Select-Cup oder Freimarkt -den Gästen aus der Rattenfängerstadt dürfte am Wochenende wenig nach Feierstimmung zumute sein. Denn beim VfL stehen derzeit andere Themen im Mittelpunkt: Nach der deutlichen Niederlage gegen den MTV Vorsfelde am vergangenen Wochenende hat, wie eingangs erwähnt, Trainer Marc Siegesmund sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Ob dieser Schritt die erhoffte Wirkung zeigt und ein Ruck durch die Hamelner Mannschaft geht, bleibt abzuwarten. Für Interimscoach Mats Schmidt und sein Team wird die Aufgabe in der Hansestadt jedenfalls alles andere als einfach. Klar ist aber auch: Der VfL braucht Punkte – und wird alles daransetzen, diese aus Habenhausen mitzunehmen.

Frauen

Werfen wir zunächst einen Blick auf den vergangenen Spieltag. Der MTV Rosdorf gewinnt das spannende Kellerduell gegen die HSG Stade/Fredenbeck mit 31:29; Der Hannoversche SC nimmt eine deutliche Pleite vom TuS Jahn Hollenstedt mit auf die Heimreise (39:27); Der Wilhelmshavener HV bleibt zu Hause gegen den BV Garrel sieglos (24:28); Auch der Northeimer HC muss sich nach einer spannenden Partie gegen den SV Altencelle geschlagen geben und verliert 25:27.

Weiter geht es am Samstag, 31. Oktober 2026, um 17.00 Uhr in Garrel. Hier wird der Feiertagsspieltag gegen den HV Lüneburg eröffnet. Die Lüneburgerinnen starten nach einer zweiwöchigen Verschnaufpause endlich wieder rein und wollen um die ersten Punkte in der Saison kämpfen. Garrel zeigte in den letzten Spielen, dass sie in die heißumkämpfte obere Tabellenhälfte gehören und haben somit nicht den Anspruch, die vermeidlich leichten Punkte liegenzulassen.

Passend zu Halloween wird es um 17.30 Uhr besonders spannend. Das Topspiel des Spieltages zwischen der SG Fri/Pe und dem TuS Jahn Hollenstedt könnte für eine der Mannschaften der Horror des Abends werden, die Frage ist nur: Für wen? Die SG Fri/Pe steht ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz, doch Hollenstedt lauert mit nur vier Minuspunkten direkt dahinter. Der TuS Jahn wird also höchstwahrscheinlich kämpferisch und zielstrebig in den Bus steigen, denn die große Chance, so viel Boden gut auf die Tabellenspitze zu machen, sollte genutzt werden.

Auch eine halbe Stunde später, um 18.00 Uhr, bleibt es spannend, wenn das Spiel des Hannoverschen SC gegen den MTV Rosdorf angepfiffen wird. In der Tabelle trennt die beiden Mannschaften nur ein Punkt, weshalb es erneut schwierig ist, die Favoritenrolle zu vergeben. Klar ist jedoch, dass die Gewinnerinnen der Partie sich in der Tabellenmitte etablieren können, während die Verliererinnen dem Keller deutlich näher rücken.

Das letzte Spiel des Abends steigt um 19.15 Uhr beim SV Altencelle, der den Wilhelmshavener HV zu sich einlädt, um sich die nächsten Punkte auf das Konto zu schreiben. Mittlerweile sollte es für die Cellerinnen fast schon selbstverständlich geworden sein, dass nach jeder Partie ein Sieg auf der Anzeigetafel steht. Aktuell stehen sie souverän, ungeschlagen an der Tabellenspitze. Das „souverän“ wird durch das deutlichste Torverhältnis der Liga (+71 Tore) unterstrichen. Damit zeigt der SV nämlich, dass sie nicht nur gewinnen, sondern ihren Gegnerinnen rigoros nicht den Hauch einer Chance lassen. Der Wilhelmshavener HV sollte also von Anfang an mit 100 Prozent dabei sein, wenn die Mannschaft den SV ärgern möchte.

Bei dem Spitznamen „Vampires“ sollte es naheliegend sein, dass der TV Oyten am Samstag bei der Halloweenparty ganz vorne mit dabei ist. Doch in diesem Jahr wäre es schlau, wenn sich die Vampires ihre Kräfte ein wenig aufsparen und erst am 1. November um 14.30 Uhr dem Northeimer HC das Blut aussagen. So langsam ist es für die Damen aus Oyten nämlich an der Zeit, die ersten Punkte zu holen. Genug Zeit zum Verschnaufen hatten sie, doch mit Northeim treffen sie auf einen nicht weniger hungrigen Gegner. Als Aufsteigerteam gewann der NHC direkt die ersten vier Saisonspiele, doch musste sich zuletzt drei Mal gegen andere Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel geschlagen geben. Es ist also höchste Eisenbahn, endlich Mal wieder etwas Zählbares mitzunehmen.

Ebenfalls um 14.30 Uhr spielt die HSG Stade/Fredenbeck gegen den TuS Komet Arsten. Stade konnte zuletzt das Kellerduell für sich entscheiden und liegt nun punktetechnisch näher an der Tabellenmitte als an einem Abstiegsplatz. Das bedeutet auch, dass die HSG nur zwei Punkte von ihren Gegnerinnen entfernt ist. An Spannung wird an diesem Wochenende also wirklich nicht gespart. Klar ist allerdings, dass es im Mittelfeld der Tabelle um jeden Punkt geht, und der TuS sich nicht auf dem hauchdünnen Vorsprung ausruhen darf.

Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga auf HVNB LIVE

Alle Spiele der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga werden auf der verbandseigenen Streamingplattform HVNB LIVE live und on demand übertragen. Jedes Spiel der Männer wird durch einen Live-Kommentar begleitet, um die Fans noch näher ans Geschehen zu bringen.

HVNB LIVE ist die verbandseigene Streamingplattform des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen. Über HVNB LIVE kann jeder Verein im Verbandsgebiet mit einfachen Mitteln und ohne Kosten seine Spiele live übertragen und auf Abruf anbieten. Aktiviere jetzt deinen Vereinskanal für die Saison 2025/26!

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