18 Jahre mussten sie warten, jetzt dürfen sie endlich wieder gegen den SV Beckdorf ran: der VfL Horneburg. Foto: VfL Horneburg

Regionalliga: Nostalgie im hohen Norden

Derby-Woche bei den Männern – Spieltag der Frauen ordentlich ausgedünnt.

Während der Bayer zur Oktoberzeit gerne mal „O’zapft is!“ hinausbrüllt, kommt dem Bremer da eher ein „Ischa Freimaak!“ über die Lippen. Und der Kenner weiß, was das bedeutet: Die fünfte Jahreszeit ist angebrochen! Egal ob gebrannte Mandeln, Schmalzkuchen, Backfisch oder Fahrgeschäfte – auf dem Freimarkt ist für alle was dabei! Jubel, Trubel, Heiterkeit also! Da soll nochmal jemand sagen, wir Norddeutschen wüssten nicht, was gute Laune ist. Ob sich die gute Stimmung jedoch auch in die Spieltags-Hallen der Regionalliga übertragen lässt, das ist eine andere Frage. Wo es auf jeden Fall heiß hergehen wird, ist in Horneburg: Der SV Beckdorf reist das erste Mal seit 18 (!) Jahren zu einem Pflichtspiel ins benachbarte Dorf! Also, lasst uns keine Zeit verlieren. Der nächste Spieltag der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga: Alle einsteigen, bitte!

Männer

Die HSG Schaumburg und der ATSV Habenhausen haben die Ehre, den aktuellen Spieltag zu eröffnen. Zu ungewohnter Zeit empfängt das Team von Trainer Dietrich heute Abend um Punkt 20.00 Uhr die Mannen aus der Hansestadt. Und wer hätte gedacht, dass man zwischen diesen beiden Mannschaften am 7. Spieltag von einem Duell auf Augenhöhe sprechen kann? Dies gibt zumindest der Blick auf die Tabelle her. Und Achtung, Phrasen-Alarm: Die Tabelle lügt nicht. Habenhausen, mit 6:6-Punkten sicherlich nicht optimal in die Saison gestartet, braucht anscheinend noch Zeit, um sich in der neuen Liga zurechtzufinden. Mit Blick auf das neu zusammengestellte Team auf und neben der Platte ist dies aber auch nur nachvollziehbar. Dass der Prozess nicht von heute auf morgen klappt, sollte allen Beteiligten klar sein. Bei der HSG aus Schaumburg ist währenddessen „alles wie immer“: Bruns ist der beste Torschütze, Graafmann zeigt seine Qualität vom 7-Meter-Strich und Krenke hält die Abwehr zusammen. Dazu gehen die Ergebnisse mal in die eine, mal in die andere Richtung. Am Ende steht man, wie in den vergangenen zwei Jahren bereits auch, wieder auf dem 7. Tabellenplatz und alle sind zufrieden.

Weiter geht es am Samstag, den 24. Oktober, um 17.00 Uhr mit einem echten Handball-Leckerbissen: Der VfL Horneburg empfängt den SV Beckdorf zum mit Spannung erwarteten Nord-Derby. Gerade einmal 18 Autominuten und lediglich 13 Kilometer trennen die beiden Vereine laut Navigationssystem. Somit sind die Voraussetzungen für ein echtes Nachbarschaftsduell (oder wie es in der Sportwelt heißt: Derby) also natürlich vorhanden. Und damit nicht genug: Denn nicht nur die geografische Nähe macht diese Begegnung so besonders. Auch für alle Handball-Romantiker dürfte dieses Duell ein Pflichttermin sein. Schließlich ist es sage und schreibe 18 Jahre her, dass sich beide Mannschaften zu einem Pflichtspiel gegenüberstanden. Fast zwei Jahrzehnte ohne dieses traditionsreiche Duell – umso größer dürfte die Vorfreude auf das Wiedersehen sein! Und als wäre das alles nicht schon Grund genug, dieses Spiel als Topspiel der Woche zu ernennen, handelt es sich obendrein auch noch um ein direktes Duell im Tabellenmittelfeld. Handballherz, was willst du mehr? Übrigens, Angeber-Wissen haben wir auch noch: Folgt man dem SV Beckdorf, der anscheinend tief im Ergebnisarchiv gekramt hat, so ging der SVB in zehn Duellen gegen Horneburg achtmal als Sieger von der Platte. In den übrigen beiden Spielen einigte man sich auf ein Unentschieden.

Um 18.00 Uhr geht der Blick zum TV Bissendorf-Holte. Dieser bekommt es mit dem TV Cloppenburg zu tun. Was der Norden kann, kann der Westen schon lange – so, oder so ähnlich könnte das Motto dieser Partie lauten. Denn geografisch gesehen ist diese Paarung das einzige offizielle West-Duell der aktuellen Saison. Dass es in diesem Spiel spannend wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Die Bissendorfer sind der klare Favorit. Darüber hinaus sind sie bisher in eigener Halle makellos. Alles andere als Heimsieg wäre eine Überraschung. Mit dieser Überraschung könnten die Gäste aber sicherlich gut leben, schließlich würden ihnen zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt erstmal Luft verschaffen.

Wiederum eine Stunde später, um 19.00 Uhr, ist der VfL Hameln vor heimischem Publikum gefordert. Zu Gast ist der MTV Vorsfelde. Die Jungs aus der Rattenfängerstadt haben ihn endlich in der Tasche: den ersten Saisonsieg! Im Kellerduell gegen die HSG Rhumetal schaltete die „Siegesmund-Sieben“ am vergangenen Spieltag nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit (16:16) einen Gang hoch und setzte sich am Ende deutlich mit 36:26 durch. War das vielleicht der lang ersehnte Startschuss für eine Erfolgsserie? Die „Razorbacks“ sind in dieser Hinsicht bereits einen Schritt weiter. Die Gäste konnten ihre vergangenen drei Partien allesamt für sich entscheiden und damit die optimale Ausbeute von 6:0-Punkten einfahren. Entsprechend selbstbewusst dürften die Männer aus der Nähe von Wolfsburg nach Hameln reisen. Schließlich schwimmen sie derzeit auf einer echten Erfolgswelle.

Das letzte Spiel des Tages startet um 19.30 Uhr, wenn der TvdH Oldenburg zu Gast bei den Sportfreunden aus Söhre ist. Kein Derby aber ein richtungsweisendes Spiel dürfen Fans und Interessierte bei dieser Paarung erwarten. Während die Oldenburger in den vergangenen Jahren bekannt dafür waren, auch mal einen „von oben“ zu ärgern, müssen die Sportfreunde zusehen, dass sie in der Spitzengruppe bleiben. Als aktuell Tabellenerster gehen die Söhrer aufgrund des besten Torverhältnisses als Gejagter Nummer 1 in den Spieltag. Vielleicht zu viel Druck?

Auch am Sonntag, den 25. Oktober 2026, stehen Spiele an. Zwei Stück, um genau zu sein. Beide um 17.00 Uhr:

Northeimer HC vs. HSG Rhumetal. Nachdem bereits im Norden und Westen kleine bis große Derbys stattgefunden haben, zieht nun auch der Süden nach. Dabei sind die „Crocodiles“ der HSG beim gut 20 Minuten entfernten Ligakonkurrenten aus Northeim gefordert. Einmal kurz auf die B241 und schon ist man da. Und die Rhumetaler haben einen Neuzugang im Gepäck, der nicht nur internationalen Flair ins Harz-Vorland bringt, sondern auch die sportliche Wende einleiten soll. Karim Khafagy, ägyptischer Jugend-Nationalspieler, studiert in Göttingen und wird zukünftig für die HSG auf Torejagd gehen – viel Erfolg! Die Northeimer auf der anderen Seite haben am vergangenen Spieltag ihre weiße Weste in und gegen Himmelsthür verloren. In der Höhe überraschend deutlich stand nach 60 gespielten Minuten ein 35:26 auf der Anzeigetafel. Ein Glück für den NHC, dass mit den „Crocodiles“ nun ein echter „Punktelieferant“ zu Gast ist, um zurück in die Erfolgsspur zu gelangen. Aber wer weiß, vielleicht setzt das Derby ja ungeahnte Kräfte frei.

SV Alfeld vs. TuS „GW“ Himmelsthür. Im letzten Spiel des Spieltages stehen sich die noch punktlosen „Piraten von der Leine“ und die Überraschungsmannschaft aus Himmelsthür gegenüber. Ein weiteres Derby beschließt also diesen Spieltag. Beide Hallen trennen lediglich knapp 35 Minuten, weswegen auch in diesem Spiel gilt: vergesst den bisherigen Saisonverlauf, in Derbys kann einfach alles passieren. Der Druck dürfte bei all der Rivalität und Emotionen am Ende dennoch bei der Heimmannschaft liegen. Schließlich rangiert der SVA mit 0:12-Punkten auf dem vorletzten Platz und benötigt dringend Punkte mit Blick auf das Ziel Klassenerhalt. Anders ist die Gefühlslage bei den „Grün-Weißen“ aus dem Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür. Der TuS befindet sich tabellarisch gesehen in guter Gesellschaft und ist Teil des Spitzen-Quintetts. Ob man dort auch nach Abpfiff der Partie steht? Es dürfte das große Ziel sein.

Frauen

In der Frauen-Regionalliga durften die meisten Teams in der vergangenen Woche die Füße hochlegen. Lediglich der TuS Jahn Hollenstedt und der Wilhelmshavener HV waren im Einsatz. In einer zunächst ausgeglichenen Partie setzten sich die Gastgeberinnen im weiteren Verlauf deutlich ab und schickten die Gäste vom Jadebusen mit einer 20:31-Niederlage auf die Heimreise.

Nun richtet sich der Blick auf den siebten Spieltag, an dem immerhin acht der zwölf Mannschaften wieder gefordert sind.

Den Spieltag eröffnen dürfen der MTV Rosdorf und die HSG Stade/Fredenbeck am Samstag, den 24. Oktober 2026, um 15.30 Uhr. Ob Nord-Süd-Duell oder Kellerduell – die Bezeichnung dieser Partie bleibt Fans und Interessierten selbst überlassen. Fest steht jedoch: in diesem Spiel zählen nur Punkte. Beide Teams sind bisher mäßig in die Saison gestartet und befinden sich mit 4:8 (MTV) und 5:7 (HSG) Punkten gefährlich nah an der Abstiegszone. Zwar ist der Abstand zu den bislang punktlosen Teams aus Lüneburg und Oyten noch vergleichsweise komfortabel, doch wissen wir auch, dass in der Regionalliga in kürzester Zeit alles passieren kann. Das Ziel beider Teams dürfte also klar sein: zwei Punkte sichern und sich etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen.

Weiter geht’s um 17.00 Uhr, wenn der TuS Jahn Hollenstedt den Hannoverschen SC zum dritten Heimspiel in Folge in der Max-Schmeling-Halle begrüßt. Und die Gäste aus der Landeshauptstadt sollten gewarnt sein: beide Heimspiele konnten die Hollenstedterinnen gewinnen, dazu der Sieg beim Aufsteiger aus Lüneburg. Damit klettert der Jahn auf Tabellenplatz vier der Regionalliga. Mit deutlich weniger Rückenwind reist hingegen der HSC an: nur eines der letzten fünf Spiele konnte siegreich gestaltet werden. Höchste Zeit also, den Bann zu brechen, zwei Punkte einzusammeln und damit gleichzeitig die Erfolgsserie des Jahn zu stoppen.

Den Abschluss am Samstagabend bildet die Partie zwischen dem Wilhelmshavener HV und dem BV Garrel. Ab 18.00 Uhr fliegt der Ball und die Jagd um die nächsten zwei Punkte beginnt. Der WHV hat dabei einiges gutzumachen: aus den letzten drei Spielen konnte lediglich ein Punkt geholt werden – zu wenig, um in der Liga oben mitzuspielen. Mit dem Ballverein aus Garrel wartet dabei allerdings kein leichter Gegner. Zwar ist der Vorjahreszweite noch nicht ganz auf dem Niveau der Vorsaison angekommen, steht mit acht Punkten aber auf dem dritten Tabellenplatz. Doch es besteht Hoffnung für die Gastgeberinnen: gegen den TuS Komet Arsten, in der Tabelle einen Platz vor dem WHV, mussten die Damen aus Garrel zuletzt eine 24:29 Pleite einstecken. Warum sollte eine derartige Überraschung also nicht auch den Wilhelmshavenerinnen gelingen?

Am Sonntag, den 25. Oktober 2026, wartet schließlich das Topspiel der Woche. Um 14.30 Uhr empfangen die Damen des Northeimer HC den SV Altencelle in der altbekannten „Schuhwallhölle“. Der Überflieger aus der Oberliga gegen den Ligaprimus – was will man mehr an einem verregneten Sonntag? Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass der NHC in den letzten zwei Partien Lehrgeld zahlen musste und gegen die Topteams der Liga verlor. Nichtsdestotrotz hält man sich als Aufsteiger auf dem fünften Tabellenplatz und hat zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Abstieg rein gar nichts zu tun. Ebenfalls weit weg von der Abstiegszone befindet sich der SV Altencelle. Nach dem Remis im ersten Saisonspiel ist der Ligaprimus wieder voll in der Spur und kann 11:1-Punkte auf dem Konto verbuchen. Die Vorzeichen für einen spannenden Spieltag im Süden des Landes stimmen also. Und wer am Sonntag ohnehin das oben genannte Derby der NHC-Männer im Blick hat, sollte sich auch das Topspiel der Northeimer Frauen nicht entgehen lassen.

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Alle Spiele der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga werden auf der verbandseigenen Streamingplattform HVNB LIVE live und on demand übertragen. Jedes Spiel der Männer wird durch einen Live-Kommentar begleitet, um die Fans noch näher ans Geschehen zu bringen.

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