Förderstruktur

Mindestens 18 Monate soll das Auswahltraining auf Regionsebene andauern. Nach der anschließenden Sichtung und Kaderzusammensetzung durch den Verband werden die Jahrgangskader ungefähr drei Jahre gefördert.

Die HVNB-Sichtung findet in der Regel im Frühjahr statt. Bereits im Vorfeld werden im dezentralen Regionstraining sportmotorische Tests durchgeführt, deren Ergebnisse an den HVNB übermittelt werden. Im Rahmen der Sichtung messen sich die Talente anschließend in Turnierspielen mit den anderen Regionen. Ergänzend werden weitere Leistungs- und Athletiktests durch den HVNB durchgeführt. Die Ergebnisse bieten, neben der gezeigten spielerischen Leistung, weitere Einblicke über den athletischen Stand der Talente.

Im Anschluss werden alle gesammelten Daten und Beobachtungen ausgewertet und die Kader für das Stützpunkttraining zusammengestellt. Mit der Sichtung endet gleichzeitig die Förderung der Talente auf Regionalebene.

Die leistungsstärksten Spielerinnen und Spieler erhalten darüber hinaus eine Einladung zu den ersten Sichtungslehrgängen (SiLG). Dort können sie ihr Können in verschiedenen Trainings- und Athletikeinheiten erneut unter Beweis stellen. Über mehrere Lehrgänge hinweg wird ein TOP-Kader des Jahrgangs ermittelt, der beim EWE-Cup, einem Ländervergleichsturnier, seine ersten Erfahrungen als Auswahlmannschaft sammelt.

Im weiteren Verlauf der Talentförderung nehmen die Kader an zusätzlichen Turnieren und Lehrgangsmaßnahmen teil. In Schulungslehrgängen (SLG), Optimierungslehrgängen (OLG) und Tageslehrgängen (TLG) werden sowohl die individuellen Fähigkeiten als auch das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt.

Das letzte Jahr der Förderung beginnt mit der DHB-Leistungssichtung. Dort präsentieren die Talente ihr Können in Athletiktests, Grundspielen und einem Turnier und vergleichen sich mit den besten Spielerinnen und Spielern anderer Landesverbände. Den Abschluss der HVNB-Talentförderung bildet der Deutschland-Cup, der eine Art Deutsche Meisterschaft der Landesverbände darstellt. Neben einer möglichst erfolgreichen Platzierung verfolgen alle Verbände das Ziel, ihre Talente bestmöglich auszubilden und möglichst viele von ihnen für höhere Aufgaben und Maßnahmen des Deutschen Handballbundes (DHB) zu empfehlen.

Eliteschulen des Sports

Um Talenten langfristig auch in Niedersachsen und Bremen bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können, besteht eine enge Zusammenarbeit mit beiden Eliteschulen des Sports in Hannover, der sportbetonten Oberschule in Bremen und den Partnerschulen des Leistungssports. So wird den Talenten sowohl ein vielseitiges sportliches Angebot als auch eine darauf angepasste schulische Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung geboten. Die Rahmenbedingungen ermöglichen zwei- bis dreimal wöchentlich ein Vormittagstraining in Kombination mit der Absicherung der schulischen Leistungen, wie bei der Hausaufgabenbetreuung oder dem Förderunterricht am Nachmittag. Die Aufnahmevoraussetzungen bestehen aus Kaderzugehörigkeit im Landeskader, gute bis sehr gute schulische Leistungen und eine Befürwortung des HVNB. Das aktuelle Internatsangebot besteht weiterhin im LOTTO Sportinternat Hannover, mit der Humboldt Schule Hannover und der kooperativen Gesamtschule Hemmingen als ELITE SCHULEN DES SPORTS. Darüber hinaus sind am Standort in Bremen mit der Ronzelenstrasse und am Gymnasium Buxtehude Süd eine duale Karriere gewährleistet. An diesen Standorten sind die Sportinternate beheimatet. Weiterhin werden am Gymnasium Corvinianum in Northeim und dem Gymnasium Eversten in Oldenburg Frühtrainingseinheiten in Zusammenarbeit mit dem HVNB angeboten.