
Regionalliga: zwei Aufsteiger auf Wolke 7
Drittliga-Absteiger souverän – FriPe luchst amtierenden Meisterinnen einen Punkt ab
Gut vier Monate lang mussten sich Fans und Interessierte die Zeit ohne die Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga vertreiben. Als Dank dafür gab es am ersten Spieltag sowohl knappe als auch deutliche Spiele – Für jeden und jede war also was dabei. Besonders die Aufsteiger erlebten Spiele, die unterschiedlicher kaum sein konnten: Bei den Männern gewann Horneburg hauchdünn gegen Schaumburg (30:31), während Rhumetal von Bissendorf-Holte auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde (41:20). Dasselbe Spiel bei den Frauen: Dort freute sich Northeim am Ende über einen knappen Sieg (29:27 vs. Wilhelmshaven), während man beim Lüneburger HV erstmal Lehrgeld zahlte (33:23 vs. Arsten).
Männer
Die restlichen Partien des vergangenen Spieltags im Schnelldurchlauf: Der MTV aus Vorsfelde gewinnt die erste Partie der Saison gegen die „Grün-Weißen“ aus Himmelsthür, Cloppenburg und Beckdorf schenken sich nichts und spielen Unentschieden, im Topspiel der Woche hat der ATSV Habenhausen am Ende den längeren Atem und gewinnt mit zwei Toren Differenz gegen den TvdH Oldenburg, für die „Piraten von der Leine“ aus Alfeld ist in Northeim nichts zu holen & Hameln hält beim Absteiger aus Söhre lange mit, muss sich am Ende dennoch geschlagen geben.
Den zweiten Spieltag dürfen der SV Beckdorf und die HSG Schaumburg eröffnen. Am heutigen Freitag, den 11. September 2026, wird diese Partie um 20.00 Uhr angepfiffen. Bereits zum Start herrscht im Lager der Schaumburger „dicke Luft“. Den Auftakt gegen Horneburg hat man versemmelt und nun folgt mit Beckdorf eine alles andere als leichte Aufgabe – vor allem für einen Freitagabend. Beckdorf, selbst zwar auch nur mit einem Unentschieden gegen Cloppenburg gestartet, dürfte die ungewohnte Anwurfzeit in die Karten spielen. Außerdem zeigte man im vergangenen Jahr vor allem in heimischer Halle den ansehnlicheren Ball. Entsprechend wird es die HSG schwer haben, heute Abend was Zählbares mitzunehmen – sollten sie leer ausgehen, könnte es direkt zu Beginn der Saison ungemütlich werden.
Weiter geht es am morgigen Samstag, den 12. September 2026. Der SV Alfeld lädt zu seinem ersten Heimspiel ein und hat dabei einen der Aufstiegsfavoriten, nämlich den TV Bissendorf-Holte, zu Gast. Anpfiff ist um 18.00 Uhr. Die Favoritenrolle ist in diesem Spiel klar geregelt: Alles andere als ein Bissendorfer Auswärtssieg wäre eine faustdicke Überraschung. Auch wenn die Alfelder am vergangenen Spieltag lediglich mit vier Toren gegen Northeim verloren, dürfte der TV eine Nummer zu groß sein. Ob es dabei erneut einen Sieg mit über 20 Toren Differenz gibt? Die „Piraten von der Leine“ werden dies mit aller Macht versuchen zu verhindern.
Eine Stunde später, um 19.00 Uhr, geht der Blick Richtung Himmelsthür. Hier treffen die „Grün-Weißen“ auf den nächsten Aufstiegsfavoriten, den ATSV Habenhausen. Was für das vorangegangene Spiel gilt, zählt auch in dieser Partie: Die Favoritenrolle liegt klar bei der Auswärtsmannschaft. Vergangene Woche konnten die Habenhauser ihre ersten zwei Zähler beim Sieg über den TvdH Oldenburg einsacken und wollen genau da weitermachen, wo sie aufgehört haben. Ob und inwiefern die „Grün-Weißen“ aus Himmelsthür dagegenhalten können, wird sich zeigen. Gegen Vorsfelde setzte es im ersten Spiel der Saison zwar eine Niederlage – jedoch war man am Ende lediglich drei Tore schlechter, was durchaus Mut machen dürfte.
Erneut stehen am Sonntag vier Spiele auf dem Programm. Den Auftakt macht ein echtes Derby: Der TV Cloppenburg ist beim TvdH Oldenburg zu Gast. Gespielt wird dabei nicht irgendwo, sondern in der kleinen EWE-Arena. Wie schon in den vergangenen beiden Spielzeiten tragen die Oldenburger das „Nordwest-Derby“ in der eigens angemieteten Event-Arena aus. Anwurf ist zur familienfreundlichen Zeit um 16.00 Uhr. Dass der TV Cloppenburg über die letzten Jahre zu einer Art „Angstgegner“ der Oldenburger avancierte, dürfte nur den wenigsten klar sein. Die Statistik (ab der 1. Regionalliga-Saison 2024/25) spricht jedoch dafür: Zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage aus Sicht der Cloppenburger zeigen, in Derbys scheint alles möglich zu sein. Beide Mannschaften sind ordentlich in die Saison gestartet. Die Oldenburger mussten sich zwar aufgrund zu vieler ausgelassener Torchancen zum Auftakt gegen Habenhausen mit leeren Händen zufriedengeben, dennoch zeigte die Mannschaft über weite Strecken des Spiels, dass sie auch gegen einen vermeintlichen Aufstiegsfavoriten der Liga mithalten kann. Cloppenburg hat dagegen dank des Unentschiedens gegen Beckdorf bereits den ersten Punkt auf dem Konto.
Drei Spiele starten um 17.00 Uhr:
Sportfreunde Söhre vs. Northeimer HC. Im Topspiel der Woche lädt einer der Drittliga-Absteiger zum heißen Tanz und zu Gast ist nicht irgendwer, mit dem Northeimer HC kommt der Tabellen-Dritte der vergangenen Saison in die Gemeinde Diekholzen. Auch wenn die Saison noch jung ist, folgt ein Kracher auf den nächsten. So lässt auch der zweite Spieltag nichts an Wünschen übrig und hat für das Handball-Herz ein hochklassiges Spiel parat. Auf Seite der Northeimer scheint, es sei die Breite des Kaders stärker geworden. Zumindest warfen am vergangenen Spieltag gleich vier Spieler sechs Tore. Dies dürfte die Abwehrreihe der Sportfreunde zumindest mal vor eine Aufgabe stellen. Bei den Söhrern stach im ersten Spiel besonders Johann Scherbanowitz heraus, der sich damit direkt den vereinsinternen Titel des „Man of the Match“ sichern konnte. Bei acht geworfenen Toren – alle aus dem Feld – ist dies aber auch nur nachvollziehbar. Es dürfte also spannend hergehen, an diesem Sonntagabend.
VfL Horneburg vs. VfL Hameln. Man könnte meinen, dass es neben den tabellarischen und sportlichen Topspielen dieser Regionalliga durchaus passieren kann, dass kleine Besonderheiten untergehen. Doch weit gefehlt: In der Vorschau wird immer alles genauestens unter die Lupe genommen. So auch die geschichtsträchtigen Sportvereinskürzel, welche ausgeschrieben unterschiedliche Bedeutungen haben können. Da gibt es zum einen die Klassiker wie „HSG“ (Handballspielgemeinschaft) oder „TuS“ (Turn- und Sportverein), zum anderen aber eben auch den berühmtberüchtigten „VfL“ (Verein für Leibesübungen). Und davon sind in diesem Spiel gleich zwei vertreten – die einzigen beiden der aktuellen Saison. Dem Sieger blüht neben zwei Punkten also auch der inoffizielle Titel des besten VfL der Regionalliga. Verlieren ist damit verboten!
HSG Rhumetal vs. MTV Vorsfelde. Im letzten Spiel des Tages wird die HSG Rhumetal alles daranlegen, die Schmach des vergangenen Wochenendes wieder gut zu machen. Gegen den TV Bissendorf-Holte hagelte es 41 Gegentore bei 20 eigenen Treffern. Dass das mathematisch gesehen nicht lange gut gehen kann, ist selbsterklärend. Im beschaulichen Katlenburg-Lindau (Gemeinde Northeim) soll nun auf die Siegerstraße abgebogen werden. Vorsfelde wird das sicherlich was gegenhaben, muss sich in der ungemütlich engen und dunklen Halle der „Crocodiles“ aber sicherlich erstmal zurechtfinden.
Frauen
Der Saisonstart in der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga der Frauen hatte es direkt in sich. Bereits am ersten Spieltag wurden erste Duftmarken gesetzt und die Tabelle kräftig durcheinandergewirbelt. Die SG Fri/Pe rang den amtierenden Meisterinnen aus Altencelle ein 27:27-Unentschieden ab und sorgte damit für die erste Überraschung der Saison. Ebenfalls für Aufsehen sorgten die Aufsteigerinnen des Northeimer HC, die mit einem 29:27-Erfolg gegen den Wilhelmshavener HV direkt den ersten Regionalliga-Sieg einfuhren. Der MTV Rosdorf zog beim 26:28 gegen den BV Garrel knapp den Kürzeren, auch der TV Oyten musste sich dem Hannoverschen SC geschlagen geben (23:27), während die HSG Stade/Fredenbeck mit einem souveränen 30:25 gegen den TuS Jahn Hollenstedt überzeugte. Ein Ausrufezeichen setzte zudem der TuS Komet Arsten, der dem HV Lüneburg beim 33:23 kaum eine Chance ließ.
Doch wer denkt, der zweite Spieltag würde es ruhiger angehen lassen, dürfte sich täuschen.
Der Spieltag startet ungewohnt früh: Bereits am Samstag, den 12. September 2026, um 15.30 Uhr empfängt die SG Fri/Pe den TV Oyten. Nach dem Punktgewinn gegen Titelverteidiger Altencelle dürfte das Selbstvertrauen der Gastgeberinnen groß sein. Die „Vampires“ hingegen stehen nach dem Auftaktwochenende noch ohne Zähler da und werden alles daran setzen, dies zu ändern. Auch ein Blick auf die vergangene Saison verspricht Spannung: Ein Unentschieden und ein knapper Fri/Pe-Erfolg sprechen dafür, dass auch diesmal Kleinigkeiten den Ausschlag geben könnten.
Um 17.00 Uhr kommt es in Lüneburg zum ersten Aufsteigerduell der Saison. Der HV Lüneburg empfängt den Northeimer HC. Während die Northeimerinnen bereits bewiesen haben, dass man in der Liga angekommen ist, möchte man in Lüneburg die deutliche Auftaktniederlage vergessen machen. Für beide Teams geht es um weit mehr als nur zwei Punkte. Wer das Duell gewinnt, verschafft sich früh Luft im Kampf um den Klassenerhalt und setzt ein wichtiges Signal an die Konkurrenz.
Parallel trifft der TuS Jahn Hollenstedt auf den TuS Komet Arsten. Die Ausgangslagen könnten unterschiedlicher kaum sein: Hollenstedt kam zum Saisonstart unter die Räder, Arsten feierte hingegen einen deutlichen Erfolg. Gerade deshalb könnte auf den Gastgeberinnen bereits früh Druck lasten. Wer nicht von Beginn an hinterherlaufen möchte, sollte möglichst schnell ins Punktekonto einzahlen. Ein Heimspiel scheint dafür die perfekte Gelegenheit zu sein.
Nur eine halbe Stunde später wartet das Topspiel des Spieltags. Um 17.30 Uhr empfängt der BV Garrel den SV Altencelle. Hier treffen zwei Mannschaften aufeinander, die auch in dieser Saison wieder ganz oben mitmischen wollen. Während Garrel mit einem Erfolgserlebnis in die neue Spielzeit gestartet ist, dürfte Altencelle nach dem Punktverlust gegen Fri/Pe auf Wiedergutmachung aus sein. Besonders im Fokus steht dabei Emma Schneeberger. Das erst 15-jährige HVNB-Talent, die normalerweise in der B-Jugend-Bundesliga aufläuft, feierte bei ihrem Regionalliga-Debüt für Altencelle mit fünf Treffern einen beeindruckenden Einstand. Die Frage lautet nun: Kann die Nachwuchsspielerin erneut für Schlagzeilen sorgen?
Das letzte Spiel des Tages wird um 18.00 Uhr in Hannover angepfiffen. Der Hannoversche SC empfängt die HSG Stade/Fredenbeck. Beide Teams reisen mit einem Sieg im Gepäck an und möchten den positiven Saisonstart vergolden. Für den HSC dürfte die Erinnerung an die Duelle der Vorsaison noch präsent sein. Stade/Fredenbeck hat bereits gezeigt, dass die Mannschaft unangenehm zu bespielen ist. Wer den Rückenwind der ersten Woche mitnimmt, könnte sich früh in der Spitzengruppe festsetzen.
Den Abschluss des zweiten Spieltags bildet am Sonntag, den 13. September 2026, um 17.00 Uhr die Begegnung zwischen dem Wilhelmshavener HV und dem MTV Rosdorf. Beide Teams mussten zum Auftakt Niederlagen hinnehmen und stehen bereits unter Zugzwang. Entsprechend ist nicht mit einer abwartenden Partie zu rechnen. Für beide Mannschaften geht es darum, die ersten Punkte der Saison einzufahren und einen weiteren Fehlstart zu vermeiden. Beste Voraussetzungen also für einen intensiven und umkämpften Wochenendausklang in der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga der Frauen.
Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga auf HVNB LIVE
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