
Regionalliga: Punkte statt Pralinen
Ein Hauch von Liebe liegt in der Luft – zahlreiche Begegnungen am Valentinstag.
Männer
In der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga der Männer war am vergangenen Wochenende wieder mächtig Betrieb. Die Teams an der Tabellenspitze dachten sich: „Was die Kellerkinder können, können wir schon lange“ – anders sind die Ergebnisse nicht zu erklären: Der SV Alfeld und der TuS Himmelsthür sowie der TvdH Oldenburg und der MTV Großenheidorn teilen sich die Punkte solidarisch auf, der Northeimer HC gewinnt erneut gegen die Bundesligareserve aus Burgdorf, Hameln unterliegt Schaumburg, Beckdorf gewinnt gegen das Schlusslicht aus Grüppenbühren, Vorsfelde ist nach dem Sieg über Cloppenburg in 2026 weiterhin ungeschlagen und die HSG Nienburg setzt ein weiteres Lebenszeichen im Abstiegskampf.
Die meisten Mannschaften (10 von 14) haben 18 Spiele absolviert – bei insgesamt 26 Spieltagen sind demnach noch acht Partien offen und 16 Punkte in der Verlosung. Es lohnt der Blick auf die Tabelle – genauer gesagt auf das Spitzentrio und die abstiegsbedrohten Teams: Den ersten Platz belegt aktuell der MTV Großenheidorn (19 Spiele; 30:8 Punkte) – dahinter lauern die TSV Burgdorf II (17 Spiele; 28:6 Punkte) und der Northeimer HC (18 Spiele; 27:9 Punkte).
Im unteren Tabellendrittel haben die Teams die gleiche Anzahl an Spielen absolviert. Auf dem achten Platz steht der VfL Hameln (16:20 Punkte) – es folgen die Teams aus Cloppenburg (15:21 Punkte), Alfeld (14:22 Punkte), Achim/Baden (13:23 Punkte) und Himmelsthür (12:24 Punkte) auf den Plätzen neun bis zwölf. Auf dem vorletzten Platz ist die HSG Nienburg (10:26 Punkte) – abgeschlagen am Tabellenende steht die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg (3:35 Punkte).
Der 19. Spieltag steht ganz im Zeichen von Amore. Es ist Valentinstag und was gibt es Schöneres als ein Date bei gutem Handball, Bockwurst und Kaltgetränk? Ein Glück, dass im gesamten Verbandsgebiet verteilt Spiele stattfinden – somit kommen Nord- und Südlichter auf ihre Kosten.
Wie so oft wird auch dieser Spieltag am Samstag, den 14. Februar 2026, im Hildesheimer Vorort Himmelsthür eröffnet. Um 16.45 Uhr empfangen die Grün-Weißen den TvdH Oldenburg. Nachdem sich beide Teams am vergangenen Spieltag mit einem Remis zufriedengeben mussten, soll es diesmal mehr sein als nur ein Punkt. Dass es gegen das Oldenburger Abwehrbollwerk kein leichtes Unterfangen wird, wissen die Gastgeber nur zu gut. Doch mit der offenen Rechnung aus dem Hinspiel und der ausgeprägten Heimstärke (alle Saisonsiege wurden in eigener Halle eingefahren) scheint für Himmelsthür durchaus etwas möglich.
Weiter geht es um 18.30 Uhr mit dem Duell zwischen der HSG Schaumburg und dem MTV Vorsfelde. Während die Schaumburger bislang als echte Auswärtsmacht auftreten, in eigener Halle jedoch noch nicht überzeugen konnten, reist mit dem MTV ein echtes Schwergewicht nach Waltringhausen. Die „Razorbacks“ sind aktuell das „Team der Stunde“: Nach dem jüngsten Sieg gegen den TV Cloppenburg sind sie seit vier Spielen ungeschlagen. Bleibt diese Serie auch gegen den direkten Verfolger bestehen – oder feiert die HSG endlich den ersehnten dritten Heimsieg der Saison? Spannung ist garantiert.
Zwei Spiele beginnen um 19.00 Uhr:
SG Achim/Baden vs. VfL Hameln – kann nicht gegen will nicht? Bei beiden Mannschaften läuft es derzeit alles andere als rund. Die Spielgemeinschaft aus Achim und Baden konnte aus den letzten sechs Partien lediglich einen Sieg holen, während der VfL Hameln ebenfalls seit sechs Spieltagen auf Zählbares wartet. Tabellarisch stehen die Gäste aus dem Weserbergland noch etwas komfortabler da, während die Bremer nach der Niederlage im jüngsten Kellerduell gefährlich nah an die Abstiegszone gerutscht sind. Welches Team nun „kann nicht“ und welches „will nicht“ darstellt, können Fans und Interessierte selbst entscheiden. Fakt ist: beide Teams sollten zeitnah wieder zu ihrer Form finden.
SV Beckdorf vs. HSG Nienburg – die Meerbachspatzen fliegen wieder. Nach dem wichtigen Sieg gegen die SG Achim/Baden konnten die Nienburger den Rückstand auf das rettende Ufer auf zwei Punkte verkürzen. War das der Startschuss für eine Aufholjagd? Der SV Beckdorf dürfte etwas dagegen haben. Die Gastgeber sind 2026 weiterhin ungeschlagen, rangieren aktuell auf Tabellenplatz vier und wollen ihren positiven Lauf fortsetzen. Auch wenn der große Aufstiegstraum wohl außer Reichweite liegt, werden die Beckdorfer in diesem Duell sicher keine Geschenke verteilen – ein intensives, umkämpftes Spiel ist vorprogrammiert.
Um 19.30 Uhr wird die Partie zwischen dem TV Cloppenburg und der TSV Burgdorf II angepfiffen. Die Cloppenburger haben im MTV Vorsfelde ihren Meister gefunden – nach fünf siegreichen Spielen in Folge riss ihre beeindruckende Serie am vergangenen Wochenende in der Autostadt. Und auch im Heimspiel gegen die Bundesligareserve wartet keine leichte Aufgabe. Schließlich reisen die Gäste aus Burgdorf mit ordentlich Wut im Bauch an, nachdem sie letzte Woche gegen den direkten Verfolger aus Northeim verloren haben. Blickt man auf das Hinspiel zurück, dürfen sich die Handballfans im Westen Niedersachsens erneut auf ein intensives, umkämpftes Duell freuen – eines, in dem beide Teams am Valentinstag lieber Punkte als Pralinen einsacken wollen.
Wie sollte es anders sein, findet auch der Valentinstags-Spieltag seinen Abschluss am Sonntag, den 15. Februar, in der traditionsreichen „Schuhwallhölle“ in Northeim. Um 17.00 Uhr fliegt dort der Ball im Topspiel der Woche zwischen dem Northeimer HC und dem SV Alfeld. Auf den ersten Blick scheint die Ausgangslage klar verteilt, doch die geografische Nähe macht diese Partie durchaus zu einem Derby – und Derbys schreiben bekanntlich ihre eigenen Geschichten. Während der NHC weiter vom Aufstieg in die dritte Liga träumt, stecken die „Piraten von der Leine“ mitten im Abstiegskampf. Zwei völlig unterschiedliche Szenarien, die jedoch enorme Kräfte freisetzen können. Ob am Ende der Aufstiegstraum oder die Derby-Gesetze in Kombination mit dem Kampf um den Klassenerhalt den Ausschlag geben, wird sich am Sonntagabend zeigen.
Frauen
In der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga der Frauen gab es am vergangenen Wochenende ebenfalls durchaus überraschende Ergebnisse. Der Wilhelmshavener HV gewinnt gegen den MTV Rosdorf, den Damen aus Garrel scheint das Punktepolster zu hoch zu sein – sie verlieren gegen die SG FriPe, der Hannoversche SC schießt den Jahn ab, die „Lady-Lions“ bekommen gegen Altencelle auf den Deckel, der TuS aus Arsten gewinnt gegen Stade bzw. Fredenbeck und der TV Hannover Badenstedt holt „Big-Points“ gegen den TV Oyten. Aufgrund der Ergebnisse ist das Mittelfeld der Tabelle zusammengerückt – aktuell trennen die Plätze vier bis neun lediglich fünf Punkte.
Auch die Frauen dürfen am Valentinstag (14. Februar 2026) spielen: der 17. Spieltag wird von der Uhrzeit her passend um 17.00 Uhr an gleich drei unterschiedlichen Spielorten eröffnet.
TV Jahn Hollenstedt vs. HSG Stade/Fredenbeck. Topspiel-Alarm im Norden: Das Derby zwischen dem Jahn Hollenstedt und der HSG Stade/Fredenbeck ist – nicht zuletzt aufgrund der geografischen Nähe – unser Topspiel der Woche. Doch nicht nur die kurze Distanz sorgt für zusätzliche Brisanz, auch der Blick auf die Tabelle macht die Partie besonders interessant. Der Jahn ist im Kampf um den Klassenerhalt noch nicht auf der sicheren Seite und benötigt weiterhin wichtige Punkte. Schließlich konnte der TV Hannover-Badenstedt II am vergangenen Wochenende auf drei Zähler heranrücken und den Vorsprung der Hollenstedterinnen deutlich verkürzen. Doch auch der aktuelle Gegner reist alles andere als sorgenfrei an: Die HSG Stade/Fredenbeck liegt lediglich einen Tabellenplatz und vier Punkte vor dem Jahn. Mit einem Heimsieg könnte Hollenstedt den Abstand also spürbar verkleinern und zusätzlichen Druck aufbauen. Die Voraussetzungen für ein intensives und richtungsweisendes Derby sind damit in jeder Hinsicht gegeben.
BV Garrel vs. Hannoverscher SC. Zweiter gegen Dritter – also auch durchaus Topspiel-würdig. Nichtsdestotrotz scheint der Kampf um die heißbegehrten Plätze zur Aufstiegsrunde bereits durch zu sein. Garrel weist trotz der Niederlage am vergangenen Wochenende lediglich vier Minuspunkte auf, der HSC hingegen elf. Da beide Teams die gleiche Anzahl an Spielen haben, kann sich Garrel also theoretisch noch drei Niederlagen erlauben und wäre trotzdem noch vor den Damen aus Landeshauptstadt. Dennoch: Den Glauben soll man bekanntlich nie verlieren, weswegen sportlich sicherlich trotzdem von einem hochkarätigen Spiel ausgegangen werden kann.
MTV Rosdorf vs. SG Friedrichsfehn/Petersfehn. Fans und Interessierte dürfen sich nicht nur auf ein Nord-Süd-Duell freuen, es spielen nämlich außerdem die Oberligameisterinnen der vergangenen Saison gegeneinander. Und beide Mannschaften haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie das auch vollkommen zurecht geworden sind. Während FriPe eine fast schon phänomenale erste Saison spielt (Platz 4; 18:12 Punkte; vergangene Woche gegen den Aufstiegsfavoriten aus Garrel gewonnen) ist auch der MTV aus Rosdorf (Platz 8; 13:17 Punkte) absolut im Soll und hat, wenn es so weitergeht, nichts mit dem Abstieg zu tun. Somit können beide Teams befreit aufspielen und guten Handball zeigen – alles also wie immer.
Dreißig Minuten später, um 17.30 Uhr, trifft der Tus Komet Arsten daheim auf den TV Hannover-Badenstedt II. „Es geht doch!“ wird man im Lager der Drittligareserve aus der Landeshauptstadt denken. Nach zuletzt sechs sieglosen Spielen (u.a. auch gegen die HSG Hunte-Aue Löwen) konnte man vergangene Woche daheim gegen den Turnverein aus Oyten gewinnen. Nun hat man bei einem Spiel weniger plötzlich nur noch drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, was sicherlich Aufschwung geben dürfte. Der TuS muss sich also warm anziehen.
Um 19.15 Uhr findet der Valentinstag sein Ende bei der HSG Hunte-Aue Löwen, die mit dem Wilhelmshavener HV einen harten Brocken vor der Brust haben. Der „Super-Februar“ geht für die „Lady-Lions“ in die nächste Runde: nach den Spielen gegen den Hannoverschen SC (3. Platz) und den SV Altencelle (1. Platz) kommt nun der WHV (5. Platz). Unnötig zu erwähnen, dass der Lauf der HSG, wo man dreimal ungeschlagen blieb, bereits vorbei ist. Es braucht ein kleines Valentins-Wunder, um hier Zählbares mitzunehmen.
Das letzte Spiel des 17. Spieltags dürfen am Sonntag, den 15. Februar, um 14.30 Uhr der TV Oyten und der SV Altencelle austragen. Der Titelanwärter ist zu Gast vor den Toren Bremens – höchstwahrscheinlich mit dem Ziel, auch hier zwei Punkte einzusammeln und damit den ersten Platz zu verteidigen. Oyten hingegen befindet sich im Niemandsland und muss einen Weg finden, dass sich das nicht in den Ergebnissen widerspiegelt. Bei der Niederlage gegen den TV Hannover-Badenstedt II vergangenes Wochenende ging das nämlich ordentlich schief.
Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga auf HVNB LIVE
Alle Spiele der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga werden auf der verbandseigenen Streamingplattform HVNB LIVE live und on demand übertragen. Jedes Spiel der Männer wird durch einen Live-Kommentar begleitet, um die Fans noch näher ans Geschehen zu bringen.
HVNB LIVE ist die verbandseigene Streamingplattform des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen. Über HVNB LIVE kann jeder Verein im Verbandsgebiet mit einfachen Mitteln und ohne Kosten seine Spiele live übertragen und auf Abruf anbieten. Aktiviere jetzt deinen Vereinskanal für die Saison 2025/26!
