Können die Aufsteiger diese Woche die ersten Punkte sammeln? Foto: HV Lüneburg

Regionalliga: Überraschungen so weit das Auge reicht

Drei Männer-Teams noch immer punktlos – Frauen des Northeimer HC vorerst alleiniger Spitzenreiter

Fans und Interessierte kennen es nicht anders: Die Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga war, ist und bleibt voller Überraschungen. Da gibt es die Favoriten, die aus dem Straucheln gar nicht mehr herauskommen und da sind die vermeintlichen Außenseiter, die befreit und angstfrei aufspielen. Daran wird sich wohl auch in diesem Jahr nichts ändern – bestes Beispiel ist der TuS aus Himmelsthür. Die „Grün-Weißen“, letzte Saison eher als Kellerkind bekannt, setzten sich am vergangenen Spieltag gegen den Drittliga-Absteiger aus Habenhausen mit 31:25 durch und sorgten damit für ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt.

Männer

Wir blicken auf die weiteren Spiele des vergangenen Spieltags: Die HSG Schaumburg gewinnt auswärts beim SV Beckdorf und gleicht das eigene Punktekonto damit erstmal wieder aus; Der SV Alfeld macht es gegen Bissendorf-Holte spannend, verliert am Ende trotzdem denkbar knapp mit drei Toren Unterschied; Die Cloppenburger müssen sich im Derby recht deutlich mit sieben Toren Unterschied geschlagen geben; Northeim lässt den Sportfreunden aus Söhre beim 28:36-Auswärtserfolg nicht den Hauch einer Chance, Horneburg behält dank des 37:30-Heimerfolgs über die Rattenfänger aus Hameln eine „weiße Weste“ & die HSG Rhumetal zahlt bei der Niederlage gegen Vorsfelde erneut Lehrgeld.

Weiter geht’s mit dem 3. Spieltag, welcher am heutigen Freitag, den 18. September 2026, um 20.00 Uhr eröffnet wird. Die Sportfreunde aus Söhre sind zu Gast beim SV Alfeld. Die „Piraten von der Leine“ sind wahrlich nicht zu beneiden: Auf Northeim und Bissendorf-Holte folgt mit Söhre nun schon das dritte Schwergewicht im dritten Spiel – einfach sieht anders aus. Und dafür haben sich die Alfelder bisher beachtlich geschlagen: Zwar gingen beide Spiele verloren, aber lediglich mit vier bzw. drei Toren Unterschied. Darauf lässt sich sicher aufbauen. Besonders wenn der Gegner so angeschlagen ist, wie es die Sportfreunde nach der herben Klatsche am vergangenen Wochenende sein dürften. Mit acht Toren Unterschied verlor man gegen den Northeimer HC und läuft nun bereits nach zwei gespielten Spielen der Spitzengruppe hinterher. Auch wenn es natürlich noch früh in der Saison ist, war das sicherlich anders geplant.

Das nächste Spiel findet am Samstag, den 19. September 2026, um 18.30 Uhr statt. Hier lädt die HSG Schaumburg zum heißen Tanz. Zu Gast ist der TvdH Oldenburg, der die Punkte gerne mit in den Nordwesten nehmen würde. Blickt man auf die vergangene Saison, dürfte die Favoritenrolle bei den Oldenburgern liegen. In der Saison 2025/26 gewannen sie beide Spiele gegen die Schaumburger und schnitten auch in Sachen Endplatzierung besser ab. Dennoch weiß ein jeder Handballenthusiast, dass Spiele in Schaumburg immer auch unangenehm sein können. Nicht nur hat die Halle einen besonderen Charme, auch machen die Fans der HSG eine ordentliche Stimmung, womit man als Spieler der auswärtigen Mannschaft erstmal zurechtkommen muss. Selbstvertrauen dürften beide Teams haben – Schließlich konnten sowohl die Oldenburger als auch die Schaumburger am letzten Spieltag gewinnen.

Eine halbe Stunde später, um 19.00 Uhr, starten die nächsten beiden Mannschaften in den Spieltag. Der SV Beckdorf ist zu Gast beim bis Dato punktlosen VfL aus Hameln. Dieses Spiel dürfte die Überschrift „Sorgenkinder“ tragen. Gerade der VfL scheint zum Start der Saison noch mächtig Sand im Getriebe zu haben. Von außen betrachtet ist es vor allem die Abwehr, die den Zugriff aktuell noch vermissen lässt. 71 Gegentore nach 120 Minuten sind schlichtweg zu viel. Und auch in Beckdorf hat man sich den Start sicherlich etwas anders vorgestellt. Einen Punkt konnte das Team in der Ferne holen, während das Heimspiel am vergangenen Wochenende verloren wurde. Bei den Beckdorfern ist es eher der Angriff, der Probleme aufweist. In beiden Spielen kam man jeweils auf lediglich 26 Tore. Vielleicht ist das aktuelle Spiel ja der Dosenöffner für die kommenden Wochen.

Wiederum eine halbe Stunde später, um 19.30 Uhr, wird das letzte Spiel des Tages angepfiffen. Der TV Cloppenburg bekommt es vor heimischem Publikum mit dem TuS „GW“ Himmelsthür zu tun. Entsprechend ist die Überraschungsmannschaft des vergangenen Spieltags zu Gast beim Turnverein aus Cloppenburg. Wie eingangs bereits erwähnt, schickten die „Grün-Weißen“ den Drittliga-Absteiger aus Habenhausen vergangenen Samstag nach 60 gespielten Minuten mit einem 31:25 auf die Heimreise nach Bremen. Dass die Mannschaft von Trainer Kraft dort weitermachen will, wo sie aufgehört hat, dürfte klar sein. Cloppenburg auf der anderen Seite musste sich im Derby gegen Oldenburg deutlich geschlagen geben und lief bei der 30:37-Niederlage von Anfang bis Ende hinterher. Wiedergutmachung ist im Lager des TVC also angesagt.

Die Sonntagsspiele dominieren die ersten Wochen – auch am aktuellen Spieltag finden drei Spiele am heiligsten aller sieben Wochentage statt. Alle um 17.00 Uhr.

Northeimer HC vs. VfL Horneburg. Man muss kein Mathegenie sein, um zu wissen: Wenn zwei „weiße Westen“ aufeinandertreffen, wird mindestens eine davon mit dem Abpfiff definitiv nicht mehr vorhanden sein. Welche Mannschaft am Ende das Nachsehen hat, ist die spannende Frage des Abends. Der Northeimer HC geht dabei als Favorit in die Partie. Allerdings dürfte auch Horneburg nach den vergangenen beiden Auftritten mächtig Oberwasser haben und mit entsprechendem Selbstvertrauen nach Northeim reisen. Vergesst also den Tatort! Dieser vorgezogene Krimi dürfte es auch in sich haben.

ATSV Habenhausen vs. HSG Rhumetal. Für die „Habenhauser Jungs“ ging es am vergangenen Wochenende mit „voller Wucht“ zurück nach Bremen. In weiter Ferne unterlag man dem TuS Himmelsthür und steht nun vor der Frage, wohin die Reise am Ende eigentlich gehen soll. Da kommt mit der HSG Rhumetal eigentlich der ideale „Aufbau-Gegner“ für die Bremer, um die letzte Woche vergessen zu machen. Nach zwei Spieltagen stellt sich nämlich heraus: Die „Crocodiles“ aus dem Süden werden es dieses Jahr verdammt schwer haben. 73 Gegentore bei lediglich 41 eigenen Treffern bedeuten bereits jetzt ein negatives Torverhältnis von -32. Das Team muss sich schleunigst sammeln und irgendwie die Härte und das Tempo der Regionalliga annehmen.

TV Bissendorf-Holte vs. MTV Vorsfelde. Das Beste kommt an diesem Spieltag tatsächlich zum Schluss: Das Topspiel der Woche ist rein vom Spielplan her das letzte Spiel des Wochenendes. Und das hat es in sich, denn hier treffen der aktuelle Tabellenerste und -zweite aufeinander. Beide Mannschaften sind noch ungeschlagen und haben entsprechend noch keine Minuspunkte auf dem Konto. Da beide Teams logischerweise punktgleich sind, entscheidet aktuell das Torverhältnis über die Tabellenplätze: Bissendorf-Holte steht an der Spitze, Vorsfelde folgt direkt dahinter. Lena Gehrckens und Felix Korn haben die Ehre, diesen Kracher zu leiten.

Frauen

Auch die Tabelle in der Regionalliga der Frauen könnte nach zwei Spieltagen kaum ausgeglichener sein. Nach dem Sieg im Aufsteigerduell gegen den HV Lüneburg gibt es mit dem Northeimer HC (36:30) nur noch eine Mannschaft, die ohne Minuspunkte in der Tabelle aufgeführt ist. Somit stehen die Aufsteigerinnen nun als Tabellenführerinnen auf Platz 1. Die SG Friedrichsfehn/Petersfehn (Fri/Pe) hat den TV Oyten deutlich mit 34:25 geschlagen. Knapper war es hingegen in Hollenstedt, wo die Gastgeberinnen nach spannender Crunchtime mit 30:27 gegen den TuS Komet Arsten gewinnen konnten. Das Topspiel in Garrel entschied Altencelle am Ende mit 29:24 für sich. Besonders spannend war es in Hannover: Der HSC und die HSG Stade/Fredenbeck trennten sich am Ende mit einem Unentschieden (25:25). Zu guter Letzt zeigte der Wilhelmshavener HV eine starke Defensive gegen den MTV Rosdorf und gewann 27:19.

Der dritte Spieltag wird am morgigen Samstag, den 19. September 2026, um 17.00 Uhr direkt mit dem Topspiel der Woche eröffnet. Die HSG Stade/Fredenbeck empfängt die SG Fri/Pe. Nach jeweils zwei Partien stehen beide Mannschaften mit 3:1 Punkten im oberen Teil der Tabelle. Entsprechend sollten also beide Teams mit einer großen Ladung Motivation auf der Platte auflaufen. Schließlich bietet sich hier die Gelegenheit, ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um die Spitzenplätze zu setzen.

Eine halbe Stunde später, um 17.30 Uhr, steht ein weiterer Kracher auf der Tagesordnung. Arsten will zu Hause gegen den Hannoverschen SC die knappe und vor allem ärgerliche Niederlage des vergangenen Wochenendes wiedergutmachen. Doch ein Sieg gegen den Tabellennachbarn ist keine einfache Aufgabe, die man mal eben nebenbei erledigt. Die Hannoveranerinnen sind mit 3:1-Punkten bisher noch ungeschlagen und werden gut daran tun, dass das auch so bleibt.

Zeitgleich möchte der SV Altencelle seine Pflichten erfüllen und die Halle in Rosdorf zum Schweigen bringen. Doch die Rosdorferinnen wollen sich nicht schon im Vorhinein unterkriegen lassen und dürften hoch motiviert sein, ihren Fans endlich den ersten Saisonsieg zu bieten. Mit zwei Niederlagen hätte sich der MTV den Start in die Saison deutlich besser vorstellen können. Vor allem die deutliche Niederlage gegen Wilhelmshaven hat das Torverhältnis der Rosdorferinnen nicht unbedingt verschönert. Um nicht frühzeitig unter Druck zu geraten, sollte man die Favoritinnen zumindest ärgern.

Dass die Abwehr von Wilhelmshaven wie eine Wand stehen kann, haben sie am vergangenen Spieltag gegen Rosdorf gezeigt. Um 18.00 Uhr sollen nun die Aufsteigerinnen aus Lüneburg dran glauben. Nach einer überraschenden Niederlage gegen den anderen Liganeuling aus Northeim, will man in Wilhelmshaven eine zweite Niederlage gegen ein Aufsteigerteam verhindern. Die Lüneburgerinnen möchten hingegen nun endlich zeigen, warum sie in die Regionalliga aufgestiegen sind. Dass in einer Aufstiegssaison um jeden Punkt gekämpft werden muss, liegt auf der Hand. Entsprechend wichtig wäre ein Erfolgserlebnis, um Zählbares auf das eigene Konto zu bringen.

Die Aufsteigerinnen aus Northeim sind für Lüneburg das perfekte Vorzeigebeispiel. Sie stehen nach den ersten zwei Spieltagen auf Platz 1 in der Tabelle und sind das einzige Team ohne Minuspunkte. Ein Platz, an den man sich gern gewöhnt! Die Regionalliga ist jedoch kein Ponyhof. Um den ersten Platz zu halten, muss sich der NHC am Sonntag, 20. September 2026, um 14.30 Uhr zu Hause gegen den TuS Jahn Hollenstedt beweisen. Auch die dürften nach der Wiedergutmachung in der Crunchtime am letzten Wochenende hochambitioniert sein, mit einem Sieg im Gepäck die Heimreise anzutreten. Es ist also schwierig, einen Favoriten für das Spiel in Northeim zu bestimmen. Doch eins ist klar: Spannend wird es allemal!

Parallel wird in Oyten ein nicht weniger packendes Spiel angepfiffen. Der TV spielt gegen den BV Garrel. Beide Mannschaften kassierten am letzten Spieltag eine Niederlage. Somit dürfte dieses Spiel der Kampf um die Wiedergutmachung sein. Nur eine Mannschaft kann am Ende zeigen, dass sie mehr kann als am vorherigen Spieltag gezeigt. Vor allem die „Vampires“ stehen am Anfang der noch jungen Saison unter Zugzwang. Zwei Spiele mit zwei Niederlagen stehen auf dem Konto und vor allem im Spiel gegen die SG Fri/Pe hat man eine satte Niederlage kassiert. Der BV Garrel ist als Vizemeister der Vorsaison mit hohen Ambitionen in die Saison gestartet, unterlag allerdings am vergangenen Samstag im Topspiel den Meisterinnen der Vorsaison aus Altencelle. Verloren ist damit trotzdem noch gar nichts, vorausgesetzt, der BV schafft es, wieder auf die Siegesspur abzubiegen. Dafür bietet sich das Spiel gegen die „Vampires“ perfekt an.

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