Als Silbermedaillengewinner darf er zurecht jubeln: Nikolas Knipping. Foto: kolektiff/DHB

Von der Halle in den Sand – und zurück

HVNB-Talent Nikolas Knipping nach EM-Silber im Interview.

Der 16-Jährige Nikolas (Niki) Knipping ist Torhüter der TSV Burgdorf und des M10-Teams des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen e.V. (HVNB) sowie Feldspieler der U17-Beachhandball-Nationalmannschaft. In seiner noch jungen Handball-Karriere kann er bereits auf einige Erfolge und Highlights zurückblicken. Erst vor kurzem gewann er mit der Nationalmannschaft die Silbermedaille bei der Beachhandball-Europameisterschaft in Kroatien. Im Interview spricht der Nachwuchsspieler über die EM, seine Doppelrolle im Hallen- und Beachhandball sowie seine sportlichen Ziele auf Vereins- und Verbandsebene.

Herzlichen Glückwunsch zur Silbermedaille bei der U17-Beachhandball-EM! Wie hast du das Turnier insgesamt erlebt und mit welchem Gefühl blickst du jetzt auf die Silbermedaille zurück?

Niki: Das Turnier war auf jeden Fall ein absolutes Highlight. Auf und neben dem Platz hat es unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben uns im Team super verstanden und auch mit den anderen Nationen war der Austausch immer sehr locker und angenehm. Natürlich spürt man auf so einer Bühne einen gewissen Druck, aber von Spiel zu Spiel konnten wir immer besser damit umgehen und als Mannschaft eine gute Leistung zeigen. Am Ende haben wir im gesamten Turnier nur einen Satz und das entscheidende Shootout im Finale verloren. Das zeigt, welche Entwicklung wir während der Vorbereitung und im Turnier genommen haben. Dass diese Niederlage ausgerechnet im Finale kam, ist natürlich schade, aber trotzdem bin ich sehr stolz auf die Silbermedaille.

Was war dein persönliches Highlight oder der emotionalste Moment während der Europameisterschaft?

Niki: Tatsächlich war das gar nicht direkt ein Spiel, sondern immer der gemeinsame Weg von der Unterkunft zum Spielfeld. Wir haben dabei unsere Lieder gesungen, um uns auf die Spiele einzustimmen und Energie zu sammeln. Teilweise haben sogar Spielerinnen und Spieler anderer Nationen mitgesungen – besonders bei „Hey Baby“. Das war einfach ein richtig cooles Gefühl.

Wie bist du zum Beachhandball gekommen und wie ist die Nationalmannschaft auf dich aufmerksam geworden?

Niki: Angefangen hat alles beim Hannoverschen SC. Dort haben wir schon in der E-Jugend regelmäßig an Beachturnieren, zum Beispiel in Cuxhaven oder Damp, teilgenommen. Vor allem durch meinen Vater, der sich in diesem Bereich stark engagiert hat, bin ich beim Beachhandball geblieben und spiele heute noch bei den „Happy Strand Chillern“. Den ersten Kontakt zum Bundestrainer hatte ich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Vinnhorst im vergangenen Jahr. Die Einladung zur Nationalmannschaft habe ich dann tatsächlich in der Schule auf dem Weg zur Mensa bekommen. Das war natürlich ein besonderer Moment und hat mich sehr gefreut.

Im Beachhandball bist du als Feldspieler erfolgreich, in der Halle stehst du im Tor. Wie kommt es zu dieser besonderen Kombination?

Niki: Bis zur D-Jugend habe ich auch in der Halle auf dem Feld gespielt und dementsprechend auch im Sand als Feldspieler angefangen. Manchmal vermisse ich das Torewerfen in der Halle schon ein wenig, deshalb ist es umso schöner, dass ich das im Beachhandball weiterhin machen kann. Pirouetten, Kempas und spektakuläre Tore machen einfach richtig viel Spaß. Gleichzeitig profitiere ich davon auch als Torwart in der Halle, weil ich durch das viele Springen und Laufen im Sand explosiver geworden bin.

Wenn du wählen müsstest: wichtige Parade im Tor oder spektakuläre Aktion im Sand?

Niki: Das ist wirklich schwer, beides ist sehr besonders. Aber ich glaube, eine ganz wichtige Parade in der Halle fühlt sich noch ein kleines bisschen besser an. Die Stimmung in der Halle und die Atmosphäre sorgen einfach dafür, dass solche Momente in Erinnerung bleiben.

Du warst in der Saison 2024/25 als C-Jugendlicher Teil des deutschen Vizemeister-Teams der B-Jugend der TSV Burgdorf. Wie hast du diese besondere Spielzeit und insbesondere das Finale in der GETEC Arena erlebt?

Niki: Das Finale in Magdeburg war natürlich ein absolutes Highlight. Vor so einer Kulisse in einer großen Arena zu spielen, erlebt man nicht alle Tage. Dadurch, dass ich als C-Jugendlicher noch etwas weniger Verantwortung hatte, konnte ich frei aufspielen und den Moment einfach genießen. Natürlich hätten wir den Titel gerne gewonnen, aber am Ende überwiegt auch hier der Stolz, überhaupt Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein.

Du bist schon seit längerer Zeit Teil der HVNB-Leistungsförderung. Wie empfindest du die Lehrgänge, das Stützpunkttraining und die Turniere auf Verbandsebene?

Niki: Es ist eine große Ehre, den HVNB vertreten zu dürfen. Die Lehrgänge und das Stützpunkttraining helfen enorm dabei, sich zusätzlich zum Vereinstraining weiterzuentwickeln. Außerdem kann man sich dort mit den besten Spielern anderer Verbände messen und sieht immer wieder, wo man selbst steht.

Welche persönlichen Ziele hast du dir für die nächsten Monate gesetzt – sowohl im Sand als auch in der Halle?

Niki: Im Beachhandball kämpfen wir aktuell mit der Nationalmannschaft um die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften der Herren in Cuxhaven. Dieses Turnier soll gleichzeitig eine wichtige Vorbereitung auf die Olympischen Jugend-Sommerspiele im Senegal im November sein. Mein großes Ziel ist natürlich, dort dabei zu sein und mit der Mannschaft möglichst erfolgreich abzuschneiden.

In der Halle startet jetzt die Vorbereitung auf die Jugendbundesliga. Dort möchte ich möglichst viel mitnehmen und gut in die Saison starten. Unser Ziel ist der Gruppensieg in der Vorrunde, um eine gute Ausgangslage für die Meisterrunde zu schaffen. Außerdem steht im Dezember der Deutschland-Cup mit der M10-Auswahl des HVNB an. Auch dort wollen wir den Verband bestmöglich vertreten. Persönlich möchte ich mich durch gute Leistungen erneut für die Jugend-Nationalmannschaft in der Halle empfehlen.

Halle oder Beachhandball – wo siehst du langfristig deinen Schwerpunkt und welche Träume hast du für die Zukunft?

Niki: Mein langfristiger Fokus liegt ganz klar auf dem Hallenhandball. Dort möchte ich es schaffen, später einmal auf höchstem Niveau zu spielen und bestenfalls auch meinen Beruf daraus zu machen. Die Förderung in der Reckenschmiede und die Nominierung für den 36er-Lehrgang nach der DHB-Sichtung zeigen mir, dass ich auf einem guten Weg bin. Trotzdem macht mir Beachhandball unglaublich viel Spaß. Solange es sich mit der Hallensaison vereinbaren lässt, ist das für mich die perfekte Ergänzung. Im Sommer bietet Beachhandball die Möglichkeit, auf hohem Niveau aktiv zu bleiben und gleichzeitig einen tollen Ausgleich zu haben. Solange es funktioniert, möchte ich beides genießen.

Der HVNB wünscht Niki auf seinem weiteren sportlichen Weg – in der Halle wie im Sand – viel Erfolg und alles Gute!

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