Sammelt die HSG nun endlich ihren ersten Punkt? Foto: HSG Rhumetal

Regionalliga: Mit Vollgas Richtung Herbstferien

Bei den Männern wird ein Kellerduell zum Topspiel der Woche – „Kuddelmuddel“ bei den Frauen.

Die Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga muss sich warm anziehen: Nicht nur wird’s draußen immer kälter, mit der Fußball Bundesliga ist außerdem das härteste Konkurrenzprodukt zurück aus der Länderspielpause. Ein Glück sind wir Handballer nicht auf den Kopf gefallen und so starten die meisten Spiele des aktuellen Spieltags im Anschluss an Deutschlands wohl bekannteste Konferenz. Außerdem haben zahlreiche Frauen-Teams englische Wochen vor bzw. hinter sich – inzwischen ist ja schon wieder Freitag. Der letzte Spieltag vor der einwöchigen Herbstpause ist also angerichtet: Viel Spaß beim Lesen!

Männer

Der Blick auf den Einigkeits-Spieltag vom vergangenen Wochenende: In Hameln bleibt nach der 30:31-Niederlage gegen Himmelsthür nicht nur das Wetter weiterhin grau und bewölkt; Der SV Alfeld liegt gegen den SV Beckdorf erst vorne, dann zurück, kommt nochmal ran und muss sich am Ende dennoch vor eigenem Publikum mit 34:36 geschlagen geben; Schaumburg fertigt die HSG Rhumetal mit 32:16 ab und krönt sich damit zur besten Handballspielgemeinschaft der Liga; Die Sportfreunde aus Söhre lassen dem Aufsteiger aus Horneburg beim 39:22-Heimerfolg nicht den Hauch einer Chance; Cloppenburg muss sich gegen den MTV Vorsfelde mit 23:30 geschlagen geben; Oldenburg geht gegen Northeim unter (33:24) und Bissendorf hält dank des 35:28-Sieges über den ATSV Habenhausen Anschluss an den Spitzenreiter.

Weiter geht die wilde Fahrt mit dem nächsten Spieltag, der einen „Super-Samstag“ bereithält. Sechs der sieben Spiele finden morgen, am 10. Oktober 2026, statt. Den Spieltag eröffnen der VfL Horneburg und der TV Bissendorf-Holte. Um 17.00 Uhr wird die Partie angepfiffen. Auf- gegen Absteiger: Also eigentlich eine klare Sache. Was in der Theorie so einfach wirkt, dürfte in der Praxis jedoch etwas komplizierter sein. Schließlich halten sich die Horneburger für einen Aufsteiger verdammt gut und mussten sich bisher lediglich gegen Northeim und Söhre geschlagen geben – beides Mannschaften, die um den Aufstieg mitspielen. Gegen Schaumburg, Hameln und Alfeld war man hingegen bereits erfolgreich. Bissendorf auf der anderen Seite hat die 10-Tore-Niederlage gegen Söhre gut verdaut und am vergangenen Wochenende den dritten Drittliga-Absteiger aus Habenhausen bezwungen. Mit nunmehr 8:2-Punkten ist man wieder voll im Soll und kann den kommenden Partien entspannt entgegensehen.

Geballte Regionalliga-Power gibt es ab 19.00 Uhr. Satte vier Spiele werden parallel angepfiffen:

TuS „GW“ Himmelsthür vs. Northeimer HC. Während Experten und Buchmacher den Northeimer HC im Vorfeld der Saison durchaus zum Kreis der Titelaspiranten gezählt haben dürften, hatte die „Grün-Weißen“ sicherlich keiner auf dem Zettel. Umso schöner für das Team von Trainerduo Kraft/Roos, sich nun mit 8:2-Punkten in der Gruppe der Verfolger zu befinden. Zum Vergleich: In der Saison 2025/26 hat der TuS erst am 11. Spieltag die Punkte acht und neun eingesackt. Das Team scheint also deutlich stabiler. Und auch der Northeimer HC zeigt sich in blendender Verfassung: 10:0-Punkte, ein positives Torverhältnis von +42 und im Schnitt 35,2 geworfene Tore lassen sich nach fünf gespielten Partien mehr als sehen. Northeim überrascht in diesem Jahr mit einer offensiven Abwehr und schnellen Umschaltmomenten. Ob die Himmelsthürer hier gegenhalten können, wird sich zeigen.

TvdH Oldenburg vs. SV Alfeld. Der Turnverein vor dem Haarentor dürfte das vergangene Wochenende zumindest noch im Hinterkopf haben. Schließlich wurde man in Northeim ordentlich verhauen. Zwischenzeitlich lag das Team von Trainer Brötje mit 15 Toren zurück! Dass man am Ende lediglich mit neun Toren Unterschied verlor, lag sicherlich auch daran, dass die Northeimer ein bis zwei Gänge rausgenommen haben dürften. Zeit für Wiedergutmachung also beim TV aus dem beschaulichen Studentenstädtchen. Mit dem SV Alfeld ist nun eines der Sorgenkinder zu Gast, die so langsam mit dem Punkten anfangen sollten. Zwar konnten die „Piraten von der Leine“ bisher immer gut mithalten – davon kann sich das Team am Ende aber auch nichts kaufen.

SV Beckdorf vs. Sportfreunde Söhre. Wenn sich beide Teams erneut so in Torlaune zeigen wie am vergangenen Wochenende, können sich Fans und Interessierte auf viele Treffer einstellen. Schließlich kamen die Sportfreunde auf 39 und die Beckdorfer auf 36 eigene Tore. Die Trainer sollten sich bei so viel Angriffspower also was für die eigene Abwehrreihe überlegen. Außerdem steht und fällt wohl vieles damit, den gegnerischen Shooter in den Griff zu bekommen. Auf Seiten der Beckdorfer ist dies Leon Petersen (32 Tore), Topscorer der Sportfreunde ist Tom Hanel (33 Tore).

MTV Vorsfelde vs. HSG Schaumburg. Im Spiel zweier alteingesessener Regionalligisten dürfte der MTV Vorsfelde die Favoritenrolle innehaben. Als aktuell Tabellen-Dritter befindet man sich in der Gruppe der Verfolger und kann mit einem eigenen Sieg an Northeim dranbleiben. Die Schaumburger auf der anderen Seite konnten sich den Frust aufgrund der ärgerlich verlorenen Spiele zu Beginn der Saison gegen die HSG Rhumetal von der Seele schießen. Beim 32:16-Heimerfolg am vergangenen Wochenende lief man zu keiner Zeit Gefahr, das Spiel aus der Hand zu geben. Ob dies nun auch im fernen Wolfsburg funktioniert – mit Abpfiff sind wir schlauer.

Das ursprünglich für 19.00 Uhr geplante Spiel zwischen dem ATSV Habenhausen und dem TV Cloppenburg wird eine halbe Stunde später, also um 19.30 Uhr, angepfiffen. Die erneute Niederlage des ATSV Habenhausen am letzten Spieltag führt dazu, dass sich das Team nun mit lediglich 4:6-Punkten auf dem 10. Tabellenplatz wiederfindet. Das dürfte wohl kaum den Ansprüchen des ehemaligen Drittligisten genügen. Mit einem Sieg gegen Cloppenburg will man nun wieder auf die Siegesstraße abbiegen und den verkorksten Saisonstart ein Stück weit vergessen machen. Und auch die Cloppenburger würden sich bestimmt mal wieder über einen Sieg freuen – schließlich gab es davon bisher nur einen.

Das Topspiel der Woche findet am Sonntag, den 11. Oktober, um 17.00 Uhr in Rhumetal statt. Hier treffen zwei Sorgenkinder aufeinander. Der VfL Hameln ist zu Gast beim Schlusslicht der Liga, HSG Rhumetal. Beide Teams sind bisher noch ohne eigenen Punkt. Somit benötigt es gar nicht viele Worte, denn allen Beteiligten dürfte klar sein, dass das jeweils eigene Team zum Siegen verdammt ist. Auch die Favoriten-Frage erübrigt sich, da es in diesem Spiel auf andere, weitaus wichtigere Punkte ankommen dürfte. Es geht für beide Teams nämlich darum, den Schlater umzulegen, Moral zu beweisen und sich damit die ersten Punkte der bisherigen Saison zu ergattern. Somit dürfen Fans und Interessierte von einem kampfbetonten Spiel ausgehen. Möge das bessere Team in diesem richtungsweisenden Spiel am Ende die Nase vorn haben.

Frauen

Die englischen Wochen bringen den Spielplan der Frauen in dieser Woche ein wenig durcheinander. Bereits zwei Spiele wurden schon in der Woche ausgetragen. Am Mittwoch konnte der TuS Komet Arsten das Bremer Derby gegen den TV Oyten mit 36:25 für sich entscheiden; Am gestrigen Donnerstag unterlag der Wilhelmshavener HV der SG Friedrichsfehn/Petersfehn (SG Fri/Pe) in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit 26:25. Doch auch am vergangenen Wochenende standen einige Spiele im Kalender, die wir Revue passieren lassen wollen. Der TuS Jahn Hollenstedt zeigte dem HV Lüneburg, wo der Hammer hängt, und konnte einen 19:29-Sieg mit nach Hause nehmen; Die HSG Stade/Fredenbeck unterliegt dem SV Altencelle mit 20:25; Der TuS Komet Arsten konnte sich auch gegen den BV Garrel mit 29:24 beweisen; Das Topspiel des Wilhelmshavener HV gegen den Hannoverscher SC endet Unentschieden mit einem 23:23; Der Northeimer HC kassiert seine ersten Minuspunkte gegen die SG Fri/Pe (28:34) und muss somit den Platz an der Tabellenspitze frei machen.

Genug zurückgeschaut, am morgigen Samstag, 10. Oktober 2026, geht es bereits weiter. Um 17.00 Uhr wird die Partie des TuS Jahn Hollenstedt gegen den MTV Rosdorf angepfiffen. Damit beginnt das Wochenende direkt mit einem Kracher. So weit die beiden Vereine geografisch auch voneinander entfernt sind, in der Tabelle sind sie Nachbarn. Hollenstedt liegt aktuell auf Rang acht, Rosdorf auf Rang neun. Beide Teams haben zwei Siege auf dem Konto stehen und werden alles dafür geben, dass auch noch ein Dritter hinzukommt. Rosdorf findet aktuell nach drei anfänglichen Niederlagen so langsam in die Saison. Den vergangenen Sieg gegen Oyten kann man unter anderem den starken Torhüterinnen verdanken. Von zwölf Siebenmetern für Oyten, wurden ganze acht pariert. In der zweiten Halbzeit konnte Anna Peters sogar vier Siebenmeter in Folge halten. Doch auch die Hollenstedterinnen haben eine ebenbürtige Torhüterin. Ricarda Bredehöft schaffte es gegen Lüneburg, die ersten elf Minuten den Kasten komplett dicht zu halten. Hoffentlich dürfen wir also gespannt auf ein Duell der Torhüterinnen sein!

Weiter geht es um 18.00 Uhr beim BV Garrel, der den Northeimer HC empfängt. Auch dieses Spiel können sich Handballliebhaber schon mal als Spektakel in den Kalender schreiben. Beide Mannschaften mussten sich am vergangenen Spieltag zwei Minuspunkte auf ihr Konto schreiben, für Northeim war es damit die erste Niederlage der Saison. Damit mussten die Damen aus dem Süden ihren sehr geschätzten Platz an der Spitze abgeben und liegen mit einem Punkt weniger auf Rang drei. Wenn sie in Schlagdistanz bleiben wollen, sollten sie also mit Haut und Haaren dabei sein und gegen Garrel einen Sieg einfahren. Zu unterschätzen sind die Damen aus Garrel jedoch nicht! Auch sie konnten in dieser Saison bereits zeigen, dass sie zu den Topteams gehören, und haben definitiv das Zeug dazu, eine Mannschaft wie Northeim zu schlagen. Am vergangenen Spieltag stand man sich jedoch selbst im Weg, weshalb man die Punkte in Arsten liegen ließ.

Zeitgleich wird in Hannover ein Spiel angepfiffen, bei dem die Favoritenrolle deutlich eindeutiger zu bestimmen ist. Der Hannoversche SC spielt gegen den HV Lüneburg und ist in dieser Partie der klare Favorit. In dieser Saison waren die Hannoveranerinnen bisher sehr gerecht unterwegs. In fünf Partien spielen sie drei Mal unentschieden, so auch zuletzt beim Topspiel in Wilhelmshaven. Ob die Lüneburgerinnen von dieser Gerechtigkeit profitieren können und endlich einen langersehnten ersten Punkt notieren können? Zuletzt musste sich der HV nach zwei knappen und vor allem ärgerlichen Niederlagen wieder deutlich gegen Hollenstedt geschlagen geben. Eine sehr bittere Niederlage, denn die zweiterfolgreichste Torschützin Rika Lüdemann verletzte sich, nachdem sie die ersten fünf Tore der Partie für Lüneburg warf. Danach fand der HV nicht mehr ins Spiel. Gegen Hannover geht es also für die Mannschaft darum, mit voller Willensstärke und der Einstellung „Jetzt erst recht“ alles reinzuhauen.

Das letzte Spiel des Abends tragen die neuen Tabellenführerinnen aus: Der SV Altencelle lädt den TuS Komet Arsten zu sich ein. Für Arsten stand zuletzt ein volles Programm auf der Agenda. Das Spiel gegen Celle wird für den TuS das Dritte innerhalb von acht Tagen sein. Mit zwei Siegen aus den zwei letzten Spielen sah das Programm für Arsten jedoch sehr positiv aus. Vielleicht kommt das Spiel gegen die Spitzenreiterinnen genau jetzt gerade recht und der TuS schafft es, die Cellerinnen wieder vom Thron zu stoßen. Ein Spaziergang dürfte das jedoch nicht werden. Es muss schon einiges richtig laufen, damit die Arstenerinnen es schaffen, beim SV einen oder mehrere Punkte zu holen. Altencelle macht nach einem Auftaktunentschieden nämlich souverän dort weiter, wo sie in der letzten Saison als Vizemeisterinnen aufgehört haben.

Den Abschluss des Spieltages machen am Sonntag, 11. Oktober 2026, um 14.30 Uhr der TV Oyten und die HSG Stade/Fredenbeck. Mit diesem Spiel steht die nächste Nervenschlacht auf dem Spielplan, die es verdient hat, zum Topspiel der Woche gekürt zu werden. Somit ist auch bei den Damen ein Kellerduell das Topspiel. Für Oyten läuft es in dieser Saison bisher so gar nicht nach Plan. Nach vier Niederlagen gegen vier sehr starke Teams, wollten die Vampires eigentlich in einem der beiden vergangenen Spiele die ersten Punkte holen, doch dafür reichte es nicht. Gegen Stade ist es jetzt also allerhöchste Eisenbahn zu gewinnen, wenn man nicht drei Niederlagen in acht Tagen einfahren möchte! Doch auch Stade liegt nach drei vergangenen Niederlagen aktuell auf einem Platz im Tabellenkeller. Gegen Altencelle bekamen sie es zuletzt jedoch hin, zumindest zufriedenstellend zu verlieren. Das Ziel, den Gegner bei unter 30 Toren zu halten, konnte mit 25 Gegentoren erfüllt werden. Selbst warf man jedoch nur 20, was gegen eine Mannschaft wie Oyten deutlich besser laufen muss.

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