Der HSC ist zum Topspiel zu Gast in Wilhelmshaven. Foto: Hannoversche SC

Regionalliga: Einigkeit und Recht und Handball

Erster Feiertagsspieltag der aktuellen Saison – Northeimer HC, aus dem Süden des Verbandsgebietes, grüßt in beiden Ligen vom Platz an der Sonne.

Die Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga macht keinen Halt – auch nicht vor Feiertagen! Und so wird der Tag der Deutschen Einheit mancherorts kurzerhand zum Spieltag umfunktioniert. Ob es dabei so feierlich zugeht, wie aktuell in Bremen (die Hansestadt ist vom 2. bis 4. Oktober Austragungsort der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit), bleibt abzuwarten. Nichtsdestotrotz schließen wir uns dem offiziellen Motto „Viele Stärken – Ein Land“ an und wünschen viel Spaß bei Spieltag Nummer fünf, der sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen einige Kracher bereithält.

Männer

Bevor es um den aktuellen Spieltag geht, folgt der Rückblick auf das vergangene Wochenende: Im Eröffnungsspiel des letzten Spieltags hat der SV Beckdorf vor heimischem Publikum keine Chance gegen das Team der Stunde aus Northeim (28:36); Horneburg lässt in den letzten fünf Minuten der Partie gegen Alfeld nichts mehr anbrennen und gewinnt mit 29:24; Der VfL Hameln gerät unter die Räder und verliert beim TvdH Oldenburg mit 37:28; In Himmelsthür schwimmt man weiter auf der Welle des Erfolgs und kann auch gegen die HSG Schaumburg punkten (31:25); Vorsfelde hat im „kleinen Topspiel“ gegen Habenhausen die Nase vorn und gewinnt mit 35:27; Die Sportfreunde aus Söhre stoppen den Lauf der Bissendorfer und gewinnen überraschend deutlich mit 30:20 und Cloppenburg wirft beim Sonntagsausflug nach Rhumetal überragende 44 Tore, bekommt selbst nur 24 Gegentreffer und tut damit ordentlich was für das eigene Torverhältnis.

Nun geht’s mit Vollgas in den Oktober, kalendarisch befinden wir uns inzwischen im Herbst (Herbstanfang 23.09.2026), schauen wir mal, wer sich in dieser tristen Jahreszeit durchsetzen kann. Den fünften Spieltag dürfen der gebeutelte VfL Hameln und die Überraschungsmannschaft aus Himmelsthür eröffnen. Am heutigen Freitag, den 2. Oktober, wird die Partie um 20.00 Uhr vom Schiedsrichtergespann Franz/Heins angepfiffen. Anders, als das Wetter zu Wochenbeginn, wird’s für die Heimmannschaft langsam ungemütlich: Nach vier gespielten Partien haben die Jungs aus Hameln weiterhin keinen Punkt auf der Habenseite. Es wird für die Siegesmund-Sieben Zeit, dies zu ändern. Andernfalls könnte ein langer, harter Weg raus aus dem Keller bevorstehen. Genau gegenteilig dürfte die Gefühlslage bei den „Grün-Weißen“ aus Himmelsthür sein. Die Jungs kommen aus dem „Sieger-Kicken“ gar nicht mehr heraus – auch gegen Schaumburg war man erneut erfolgreich und steht damit aktuell auf dem 3. Platz der Tabelle. Die Favoriten-Rolle ist damit entsprechend geklärt, spannend wird sein, ob der TuS dieser auch weiterhin gerecht werden kann.

Vier Spiele stehen am Samstag, den 3. Oktober, also am Tag der Deutschen Einheit, an. Beginnen dürfen der SV Alfeld und der SV Beckdorf. Anpfiff im Duell der beiden Sportvereine ist um 18.00 Uhr. Der interne Vergleich, bester SV der Liga zu sein, dürfte beiden Teams herzlich egal sein – schade eigentlich! Zu groß sind aber die Sorgen, wenn man aktuell auf die Tabelle schaut. Besonders die Alfelder haben hier Nachholbedarf: 0:8-Punkte und ein negatives Torverhältnis von -17 bedeuten aktuell den 12. Tabellenplatz. Ohne Topscorer Matteo Ehlers kam man außerdem am vergangenen Wochenende gegen den Aufsteiger aus Horneburg nicht über ein 29:24 hinaus und verlor somit zum vierten Mal in Folge. Die Beckdorfer haben immerhin schon drei Punkte sammeln können, stehen damit aber auch nur zwei Plätze über dem SVA. Fans und Interessierte dürfen sich also auf ein Duell auf Augenhöhe freuen!

Um 18.30 Uhr geht’s weiter und der Spielplan meint es gut mit uns! Auf das SV-Duell folgt der direkte Vergleich der beiden Handballspielgemeinschaften der Liga. Wahnsinn. So hat die HSG aus Schaumburg das Schlusslicht HSG Rhumetal zu Gast. Aber nun zum Sportlichen – man muss es leider in aller Deutlichkeit so sagen: Mit Blick auf die bisherigen Ergebnisse scheinen die „Crocodiles“ entweder nicht wirklich konkurrenzfähig oder aber zumindest noch nicht in der Liga angekommen. Dass man nach vier gespielten Partien sowohl den schlechtesten Angriff (90 Tore) als auch die schlechteste Abwehr (151 Gegentore) stellt, ist sinnbildlich für den bisherigen Verlauf des Aufsteigers. Und auch bei den Schaumburgern läuft lange noch nicht alles, wie es eigentlich laufen sollte. Somit könnte dieses Duell in gewisser Weise auch eine Art Dosenöffner für den weiteren Saisonverlauf sein.

Zwei Spiele starten um 19.30 Uhr:

Sportfreunde Söhre vs. VfL Horneburg. Dank des Sieges über den TV Bissendorf-Holte hat es die Heimmannschaft aus Söhre tabellarisch wieder spannend gemacht. Sechs Vereine sind nun im Pulk der Verfolger vertreten – allesamt mit 6:2-Punkten. Und mittendrin: die beiden Mannschaften der aktuellen Partie. Unnötig zu erwähnen, dass man den Gegner mit einem eigenen Sieg auf Abstand halten könnte. Oder anders gesagt: Wer hier gewinnt, bleibt an Spitzenreiter Northeim dran, wer verliert, bleibt im Dickicht der Tabellenmitte gefangen.

TV Cloppenburg vs. MTV Vorsfelde. Auch in diesem Spiel ist für reichlich Spannung gesorgt. Schließlich feierten die Jungs aus Cloppenburg am vergangenen Wochenende ihren bisher höchsten Regionalliga-Erfolg überhaupt! Beim 24:44-Auswärtserfolg ließ man den Gastgebern aus Rhumetal nicht den Hauch einer Chance und verschaffte sich Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Mit einem Sieg und einem Unentschieden auf dem Konto hat man nun schon drei Punkte mehr als die Kellerkinder bestehend aus Alfeld, Hameln und Rhumetal. Und auch in Vorsfelde könnte es deutlich schlimmer sein. Die Niederlage von vor zwei Wochen gegen Bissendorf ist dank des Heimsiegs über Habenhausen von vor einer Woche bereits vergessen. Außerdem steht man mit 6:2-Punkten aktuell auf dem zweiten Platz, da man das beste Torverhältnis innerhalb der Verfolgergruppe nachweisen kann. Gute Laune also in beiden Lagern – spannend wird sein, ob sie diese auch auf die Platte übertragen können.

Vier Mannschaften schließen den Spieltag gemeinsam ab. Am Sonntag, den 4. Oktober, kommt es um 17.00 Uhr zu den folgenden beiden Partien:

Northeimer HC vs. TvdH Oldenburg. Der Northeimer HC grüßt aktuell als alleiniger Spitzenreiter vom Platz an der Sonne und hat am vergangenen Wochenende einmal mehr unter Beweis gestellt, warum das bisher auch seine Richtigkeit hat. Beim 28:36-Auswärtserfolg lag man lediglich beim 1:0 und 2:1 zurück – von der 8. Spielminute bis zum Ende der Partie gab man die Führung dann nicht mehr aus der Hand. Der NHC bleibt das Team der Stunde! Doch nun kommt der TvdH Oldenburg, der im besten Fall etwas dagegen hat, dass die Northeimer weiter ungestört ihre Kreise ziehen. Schließlich könnten die Oldenburger diejenigen sein, die dem aktuellen Spitzenreiter als erstes Team in dieser Saison Punkte abknüpfen. Im vergangenen Jahr wollte das allerdings nicht so recht gelingen: Beide Duelle gingen damals an Northeim. Entsprechend dürften die Oldenburger mit einer offenen Rechnung im Gepäck anreisen. Im Topspiel der Woche dürfte es also heiß hergehen!

TV Bissendorf-Holte vs. ATSV Habenhausen. Im letzten Spiel des Spieltags wird das Handballherz erneut zum Beben gebracht. Wie schon am vergangenen Spieltag soll auch der aktuelle sein Drittliga-Absteiger-Duell bekommen! Und bei diesem sind die Männer des ATSV Habenhausen bereits mächtig unter Druck. Mit aktuell 4:4-Punkten würde man bei einer weiteren Niederlage bereits Gefahr laufen, sechs Punkte Abstand zum Tabellenersten zu haben. Für dann fünf gespielte Spieltage eine ordentliche Hypothek. Aber genug mit Vorhersagen – Bissendorf zeigt sich bisher stabiler, geht deswegen als leichter Favorit in die Partie und kann die Bremer inklusive Trainerteam mächtig unter Druck setzen.

Frauen

Nach vier Spieltagen in der Regionalliga der Frauen dürfte die aktuelle Tabelle so langsam richtungsweisend sein und es kristallisieren sich Favoriten heraus. Nach einem 40:23-Sieg gegen den TuS Komet Arsten gehört die SG Friedrichsfehn/Petersfehn (SG Fri/Pe) definitiv dazu. Auch der SV Altencelle, der am vergangenen Spieltag dem TV Oyten förmlich seine Macht demonstriert (44:24) hat, zeigt, dass er ebenfalls oben mitspielt. Eine Mannschaft, die zwar nicht ganz so deutlich gewinnen konnte, jedoch bisher ohne Minuspunkte dasteht, ist der Northeimer HC. Sie schlugen auswärts den Hannoverschen HC mit 31:36. Hinter den drei bereits genannten Favoriten reiht sich der BV Garrel in der Tabelle ein. Die Damen aus Garrel gewinnen deutlich (37:27) gegen die HSG Stade/Fredenbeck. Das einzig knappe Spiel des Spieltages gab es beim HV Lüneburg zu sehen. Nur ein Hauch fehlte gegen den MTV Rosdorf zum ersten Sieg in der Regionalliga. Am Ende steht ein 26:27 auf der Spieltafel.

Weiter geht es am Samstag, 3. Oktober 2026, mit einigen Feiertagsduellen. Für den HV Lüneburg die perfekte Möglichkeit, dem Feiertag alle Ehren zu machen und die ersten Punkte nun endlich auf dem Konto notieren zu können. Heiß auf Punkte sollten die Lüneburgerinnen mittlerweile definitiv sein, denn nach einem etwas holprigen Start konnten sie in den vergangenen zwei Partien zeigen, dass sie auf jeden Fall in der Regionalliga mitspielen können. Der Gegner ist dieses Mal der TuS Jahn Hollenstedt, der am vergangenen Wochenende spielfrei hatte. Ob die kleine Verschnaufpause für die Hollenstedterinnen von Vorteil ist, zeigt sich um 17.00 Uhr in Lüneburg.

Zeitgleich empfängt die HSG Stade/Fredenbeck den SV Altencelle. Nach einem Sieg und einem Unentschieden in den ersten zwei Saisonspielen ging es für die Gastgeberinnen in den letzten zwei Partien eher bergab. Zwei deutliche Niederlagen stehen nun auf dem Konto der HSG. Mit dem SV Altencelle kommt nun jedoch kein leichter Gegner. Wie oben bereits erwähnt, zählen die Altencellerinnen auch in dieser Saison wieder zu den Favoritinnen. Mit +38 Toren haben sie nach vier Spieltagen das beste Torverhältnis der Liga und reihen sich auf Platz zwei in der Tabelle ein. Damit zeigen sie also nicht nur, dass sie gewinnen können, sondern auch, dass sie souverän bleiben und einige Teams zum Zweifeln bringen.

Eine halbe Stunde später, um 17.30 Uhr, wird in Arsten angepfiffen. Dieses Mal ist der BV Garrel zu Gast. Am vorherigen Spieltag musste der TuS dran glauben und verlor mit Pauken und Trompeten gegen die SG Fri/Pe. Umso mehr wollen die Damen aus Bremen nun eine Wiedergutmachung. Die Favoritenrolle liegt allerdings eher bei den Gegnerinnen. Zuletzt konnte der BV Garrel ein Heimspiel für sich entscheiden. Beim Doppelspieltag mit den Fußballherren konnten sie somit die beste Werbung für den richtigen Sport machen und haben so, mit neuen Fans im Rücken, die besten Voraussetzungen, den Höhenflug fortzusetzen.

Zur besten Anwurfzeit, um 18.00 Uhr, steigt das Topspiel der Woche. Der Wilhelmshavener HV empfängt den Hannoverschen SC. Somit treffen zwei direkte Tabellennachbarn aufeinander, die beide keine Gefangenen machen wollen. Die bisherige Bilanz zeigt, dass die Duelle beider Mannschaften tendenziell eher knapp ausgegangen sind. Der HSC kann sogar schon zwei Unentschieden in der noch jungen Saison vorweisen. Am vergangenen Spieltag verlor man jedoch mit fünf Buden gegen den Northeimer HC, das bisher deutlichste Ergebnis der Hannoveranerinnen. Der WHV durfte am vergangenen Wochenende einmal durchschnaufen. Die Energiereserven müssten für das Topspiel also wieder aufgefüllt sein. Auf gute Stimmung könnt ihr euch bei dem Spiel allemal freuen, der HSC bietet sogar an, einige Fans im Mannschaftsbus mitzunehmen.

Ein ähnlich spannendes Spiel erwartet euch zur selben Zeit beim MTV Rosdorf, wo der TV Oyten zu Gast ist. Im Kellerduell geht es für beide Mannschaften darum, wichtige Punkte zu sammeln. Der MTV Rosdorf konnte in Lüneburg knapp seine ersten zwei Punkte notieren, in der Hoffnung, dass es der Start eines Laufes sein könnte. Den Gegner aus Oyten will man jedoch nicht unterschätzen, denn der TVO spielte an den ersten vier Spieltagen ausschließlich gegen die Top-vier-Mannschaften der Vorsaison. Doch die Vampires haben in diesen Spielen bisher noch keinen Biss gezeigt. Vier deutliche Niederlagen stehen auf dem Konto. Die Rosdorferinnen dürften vom Papier her aktuell eine der besten Chancen bieten, endlich wichtige Punkte mitzunehmen. Also das perfekte Spiel für Krimiliebhaber am Feiertag.

Frei haben am Samstag ausschließlich der Northeimer HC und die SG Fri/Pe. Sie dürfen sich stattdessen am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 14.30 Uhr in Northeim duellieren. Weniger spannend als die beiden Spiele am Vorabend dürfte dieses Spiel jedoch nicht werden. In diesem Spiel geht es nämlich um die Tabellenspitze. Aktuell liegt der Northeimer HC ungeschlagen auf dem ersten Platz. Nur einen Punkt dahinter liegen der SV Altencelle und die SG Fri/Pe. Sollte die SG es also schaffen, Punkte von der langen Auswärtsfahrt mitzunehmen, könnte sich an der Spitze einiges drehen. Um eine gute Ausgangslage mit Blick auf den Meistertitel zu haben, sollten also beide Mannschaften gut daran tun, die Punkte in die eigene Tasche zu stecken.

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