Die Hollenstedterinnen empfangen die HSG Stade/Fredenbeck zum Derby. Foto: TuS Jahn Hollenstedt

Regionalliga: Viele neue Gesichter!

Die Teams unter der Lupe: Wer sind die neuen in der Runde?

Die Sommerzeit genießt bei den meisten Menschen einen hervorragenden Ruf: Die Tage sind länger, das Wetter zeigt sich (meistens) von seiner besseren Seite und dank einer Extraportion Vitamin D wirkt der Alltag längst nicht mehr so grau und trist wie in den kalten Herbst- und Wintermonaten. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Unsere geliebte Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga befindet sich in der Sommerpause.

Doch das Warten hat nun ein Ende! Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen starten am morgigen Samstag, den 5. September 2026, die ersten Teams in die inzwischen dritte Regionalliga-Saison. Höchste Zeit also, gemeinsam einen Blick auf die bevorstehende Spielzeit zu werfen. Welche Teams sind neu dabei? Wer sind die Favoriten? Diesen und weiteren Fragen gehen wir auf den Grund. Viel Spaß beim Lesen!

Männer

Mit dem VfL Horneburg (Meister der Oberliga Nord 2025/26) und der HSG Rhumetal (Meister der Oberliga Süd 2025/26) begrüßt die Liga in dieser Saison lediglich zwei Aufsteiger. Grund dafür ist, dass mehrere Mannschaften aus dem Verbandsgebiet den Weg aus der 3. Liga in die Regionalliga antreten müssen. Mit dem TV Bissendorf-Holte und dem ATSV Habenhausen (Staffel Nord-West) sowie den Sportfreunden aus Söhre (Staffel Nord-Ost) dürfen sich Fans und Interessierte entsprechend auf drei namhafte Neuzugänge freuen, die das sportliche Niveau der Liga sicherlich nicht schmälern werden. Ganz im Gegenteil: Blickt man auf die diesjährige Zusammenstellung, kann man gut und gerne von der bisher stärksten Regionalliga überhaupt reden!

Die weiteren Mannschaften

Die Regionalliga der Herren komplettieren der Northeimer HC, TV Cloppenburg, TuS GW Himmelsthür, MTV Vorsfelde, SV Alfeld, TvdH Oldenburg, SV Beckdorf, VfL Hameln sowie die HSG Schaumburg.

Die neue Spielzeit dürfen der MTV Vorsfelde und der TuS GW Himmelsthür eröffnen. Am Samstag, den 5. September 2026, um 19.00 Uhr treffen beide Teams in Wolfsburg aufeinander. In beiden Lagern ging mit Saisonende der große „Sommerschlussverkauf“ los. Vorsfelde verabschiedete sechs Spieler, Himmelsthür auf der anderen Seite kam sogar auf satte zwölf Abgänge. Dass das nicht einfach zu kompensieren ist, dürfte allen Beteiligten klar sein. Entsprechend sind beide Mannschaften mit Blick auf die Prognose schwer einzuschätzen.

Eine halbe Stunde später, um 19.30 Uhr, treffen die nächsten beiden alteingesessenen Regionalligisten aufeinander. Der Vorjahres-Fünfte aus Beckdorf ist zu Gast beim Vorjahres-Zehnten aus Cloppenburg. Was für ereignisreiche Handball-Tage in Cloppenburg: Nachdem bereits zu Beginn der Woche die Streethandball-Tour Halt am Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg gemacht hat, steigen nun auch die Herren des Turnvereins in den Spielbetrieb ein. Und mit dem Sportverein aus Beckdorf ist direkt die erste harte Nuss zu Gast. Die Truppe aus dem hohen Norden scheint trotz der Abgänge wichtiger Spieler auf der Höhe und hungrig auf die nächste Top-Platzierung zu sein.

Das letzte Spiel des Tages steigt um 20.00 Uhr, wenn der ATSV Habenhausen in heimischer Halle auf den TvdH Oldenburg trifft. Es dürfte im Verbandsgebiet das wohl größte Handball-Beben seit langer Zeit gewesen sein: Als die Habenhauser Ende des Kalenderjahres 2025 mitteilten, dass der langjährige Trainer Matthias Ruckh seine Koffer packen müsse, blieben auf und neben der Platte viele fragende Gesichter zurück. Seitdem hat sich im Verein einiges getan. Der Abstieg war lange vor Saisonende besiegelt, was den (neuen) Verantwortlichen mit Blick auf die Zukunft aber in die Karten gespielt haben dürfte. Immerhin konnte man sich so vollkommen auf die interne Neuausrichtung aber auch hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung orientieren. Ein neues Trainerteam, eine neue Vereinsphilosophie und namhafte Neuzugänge bzw. Vertragsverlängerungen sprechen dafür, dass die Arbeit wieder akribisch aufgenommen wurde. Auf der anderen Seite präsentieren sich die Oldenburger in gewohnt professioneller Manier. Der öffentliche Auftritt ist wie in den Vorjahren einwandfrei, die neuen Trikots sitzen wie angegossen und auch die meisten Testspiele konnte man erfolgreich gestalten. Dass der TvdH oben mitmischen kann, bestätigt auch die Platzierung beim diesjährigen Anker-Cup. Hier holte man in einem stark besetzten Teilnehmerfeld einen guten dritten Platz und konnte dabei zwei Drittligisten hinter sich lassen. Nun gilt es, die PS auch in den Ligaalltag zu übersetzen. Unser erstes Topspiel der Woche der Saison 2026/27 hat also eine Menge zu bieten!

Vier (!) Spiele stehen am Sonntag, den 6. September an – allein das hat Seltenheitscharakter. Dass jedoch alle Spiele um 17.00 Uhr angepfiffen werden, grenzt an ein mathematisches Wunder! Hier die Partien:

Northeimer HC vs. SV Alfeld. Mit den Gastgebern muss man anscheinend auch in diesem Jahr rechnen. Der August des Vorjahres-Dritten war vollgepackt mit Testspielen, welche als durchaus erfolgreich angesehen werden können. So gewannen die Schwarz-Gelben immerhin gegen einen von vier Drittligisten und kamen bei den Niederlagen lediglich einmal unter die Räder. Außerdem konnten weitere Spiele gegen den SV Oebisfelde (Regionalliga Mitteldeutschland) bzw. den TV Jahn Duderstadt (Oberliga Süd) gewonnen werden. Die „Piraten von der Leine“ dagegen mussten in der vergangenen Saison beinahe „über die Planke gehen“ und sicherten sich den Klassenerhalt am Ende hauchdünn gegenüber der SG Achim/Baden. Inzwischen ist einiges an Zeit vergangen, Neuzugänge sind an Bord und die Mannschaft scheint startklar für die neue Saison. Wohin die Reise geht und welcher Tabellenplatz am Schluss rauskommt, steht jedoch vorerst in den Sternen.

VfL Hameln vs. Sportfreunde Söhre. Der Verein für Leibesübungen hat Jahr eins nach dem Aufstieg aus der Oberliga sehr gut überstanden. 25:27-Punkte sorgten am Ende für einen starken 8. Tabellenplatz. Entsprechend dürfte das Mindestziel klar sein. Dazu beitragen soll unter anderem Paul Mbanefo, der vom Ligakonkurrenten aus Vorsfelde an die Weser wechselte. Die Sportfreunde aus Söhre müssen sich aller Voraussicht nach erstmal an die neue Umgebung gewöhnen. Lange Jahre bereiste man den Nord-Westen bzw. -Osten, um gegen diverse Bundesligareserven und/oder etablierte Drittligisten zu spielen. Damit ist erstmal Schluss – mindestens für eine Saison. Ob das Ziel Wiederaufstieg ausgerufen wurde, wird man nur intern wissen. Die Qualität dazu hat das Team mit Sicherheit.

HSG Schaumburg vs. VfL Horneburg. Die Handballspielgemeinschaft aus dem Schaumburger Land, welche in diesem Jahr als einzige Vertretung aus dem Raum Hannover an den Start geht, bekommt es mit den jungen Wilden aus Horneburg zu tun – zu ungewohnter Zeit, am ungewohnten Tag. Tendenziell darf sich ein etablierter Regionalligist davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Entsprechend geht das Team von Trainer Dietrich als Favorit ins Spiel. Mit Horneburg kommt jedoch ein erfrischender Neuling in die Regionalliga: Ein Mix aus jungen und alten Spielern und ganz viel eigene Jugend- und Vereinsarbeit zahlen sich endlich aus. Ob und wie lange sich die Truppe aus der Nähe von Hamburg in der Liga halten kann, wird sich zeigen.

TV Bissendorf-Holte vs. HSG Rhumetal. In Bissendorf scheinen die Uhren nach dem Abstieg atypisch zu laufen – anders ist der Trainingsauftakt Anfang Juni nicht zu erklären. Es scheint, das Team habe keine Lust darauf, lange in der Regionalliga zu verweilen. Auf Kraft- und Laufeinheiten folgten die Bekanntgaben des neuen Torwarttrainers sowie Spielern, ehe den Instagram-Mitschnitten zufolge das Tempo- und Umschaltspiel forciert wurde. Als langjährige Drittliga-Mannschaft dürfte dem Turnverein sicherlich die Rolle eines der Mitfavoriten auf die Aufstiegsplätze zukommen. Die „Crocodiles“ der HSG aus Rhumetal dürften den Blick hingegen eher nach unten richten. Als Oberligaaufsteiger gilt es, erstmal Fuß zu fassen. Verstecken müssen sich die Süd-Niedersachsen aber sicherlich auch nicht.

Frauen

Wie eingangs erwähnt, startet auch in der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga der Frauen wieder der Spielbetrieb.

Aus der Oberliga Süd sind die Damen des Northeimer HC als Meisterinnen aufgestiegen und sorgen damit für den einmaligen Fall, dass sowohl das Herren- als auch das Frauenteam in der Beletage des HVNB an den Start gehen. Im Norden konnte sich die Zweitvertretung der HSG Fredenbeck/Stade zwar den Meistertitel sichern, da die Erstvertretung jedoch bereits in der Regionalliga spielt, ging die Aufstiegsberechtigung an die zweitplatzierte Mannschaft, den HV Lüneburg. Aus der 3. Liga ist keine Mannschaft abgestiegen. Zu guter Letzt ist der SV Altencelle (Meisterinnen Regionalliga 2025/26) in der Aufstiegsrelegation an den Teams aus Eider Harde und Neubrandenburg gescheitert und bleibt uns damit auch in dieser Saison erhalten.

Die weiteren Mannschaften

Zur Regionalliga der Frauen gehören neben den Aufsteigern und dem SV Altencelle (s.o.) auch der Wilhelmshavener HV, TuS Jahn Hollenstedt, Hannoverscher SC, BV Garrel, TV Oyten, TuS Komet Arsten, MTV Rosdorf sowie die SG Friedrichsfehn/Petersfehn (SG Fri/Pe) und die HSG Stade/Fredenbeck.

Die neue Saison wird in Rosdorf eröffnet, wo der MTV auf die Vizemeisterinnen der letzten Saison trifft. Den BV Garrel trennten in der vorherigen Saison nur drei Punkte von den Meisterinnen aus Altencelle. Damit sollte der BV mit einer ordentlichen Ladung Motivation und hohen Zielen in die Saison starten. Doch auch die Rosdorferinnen dürften nicht weniger motiviert sein. Denn was gibt es Schöneres, als gegen die Vizemeisterinnen des Vorjahres mit einem Sieg in die Saison zu starten? Der Anpfiff ist am Samstag, den 5. September 2026, um 15.30 Uhr.

Um 17.00 Uhr geht’s im hohen Norden weiter. Die HSG Stade/Fredenbeck begrüßt den TuS Jahn Hollenstedt in eigener Halle, was dazu führt, dass direkt am ersten Spieltag auch das erste Derby auf dem Programm steht- Grund genug die Partie zum Topspiel der Woche auszurufen. Hollenstedt konnte sich in der vorherigen Regionalliga-Saison mit dem 10. Platz in der gerade so den Klassenerhalt sichern. Für diese Saison sind die Karten allerdings neu durchmischt, denn gleich acht Neuzugänge bringen frischen Wind in die Mannschaft. Da kommt das Derby am ersten Spieltag gerade recht, um zu zeigen, was man kann!

Eine halbe Stunde später, um 17.30 Uhr, ist der Hannoversche SC zu Gast beim TV Oyten. Der HSC darf ebenfalls ganze acht Neuzugänge begrüßen, davon fünf aus der eigenen Jugend. Doch auch Oyten vertraut auf seine Jugend: Zur neuen Saison begrüßen die „Vampires“ drei Spielerinnen aus der eigenen A-Jugend, die mit einem Doppelspielrecht sowohl in der Jugend als auch bei den Damen spielen werden. In dieser Partie stellt sich also heraus, ob in beiden Teams eine jugendliche Leichtigkeit in der Luft schwebt oder ob die Nachwuchstalente noch ein paar Spieltage brauchen, um sich an die neue Härte zu gewöhnen.

Das letzte Spiel des Tages wird um 19.15 Uhr in Altencelle angepfiffen. Der Sportverein muss sich gegen die SG Fri/Pe beweisen. Die Meisterinnen der Vorsaison wollen nach dem verpassten Aufstieg in Liga 3 nun wieder angreifen. Bereits in der Vorbereitung zeigten sie in einigen Testspielen ihr Können und konnten sich sogar den Titel beim Vorbereitungsturnier in Vorsfelde sichern. Mit der SG Fri/Pe steht den Damen aus Altencelle allerdings ein nicht weniger ambitioniertes Team gegenüber. Fri/Pe sicherte sich in der Vorsaison als Aufsteigerteam den dritten Tabellenplatz und dürfte dementsprechend mit hohen Zielen in die Saison starten.

Am Sonntag, den 6. September 2026, kommen dann auch die beiden Aufsteiger zum Einsatz. Um 14.30 Uhr darf der Northeimer HC sein erstes Heimspiel bestreiten. Zu Gast ist der Wilhelmshavener HV. Für die Northeimerinnen dürfte der Blick zunächst nach unten gerichtet sein. Als Aufsteigerinnen will man Fuß in der Regionalliga fassen und den direkten Abstieg verhindern. Dafür wird um jeden Punkt hart gekämpft, weshalb die Wilhelmshavenerinnen die Aufsteigerinnen nicht unterschätzen dürfen. Für den WHV sollte die Zielsetzung höher liegen. Nachdem man vor zwei Jahren gerade so den Abstieg verhindern konnte, zeigten sich die Wilhelmshavenerinnen in der vergangenen Saison deutlich stabilisierter und belegten am Ende den fünften Tabellenplatz. Sollten sich die Wilhelmshavenerinnen erneut steigern, würden sie in dieser Saison um den Aufstieg spielen, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

In Bremen steigt das letzte Spiel des Spieltags, wenn der TuS Komet Arsten um 16.00 Uhr den zweiten Aufsteiger vom Lüneburger HV begrüßen darf. Der TuS hat in der letzten Saison gezeigt, wie man sich in der Regionalliga etabliert. Als das zweite Aufsteigerteam aus der Oberliga-Nord belegten sie den sechsten Platz und standen somit genau in der Mitte der Tabelle. Das Ziel der Bremerinnen sollte also hoch sein. Vielleicht ist ein erneut großer Sprung möglich. In einer ähnlichen Situation wie Arsten vor einem Jahr, befinden sich nun die Lüneburgerinnen. Auch sie belegten den zweiten Tabellenplatz in der Oberliga-Nord und wollen jetzt in der Regionalliga zeigen, was sie draufhaben. Der TuS sollte also ein großes Vorbild für den HV sein. Als Katzensprung darf man dieses Ziel jedoch nicht bezeichnen, denn die Gegenwehr der anderen Teams ist hart!

Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga auf HVNB LIVE

Alle Spiele der Solarservice Norddeutschland Handball-Regionalliga werden auf der verbandseigenen Streamingplattform HVNB LIVE live und on demand übertragen. Jedes Spiel der Männer wird durch einen Live-Kommentar begleitet, um die Fans noch näher ans Geschehen zu bringen.

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